Dem Gebäudesektor kommt für die Realisierung unserer Nachhaltigkeits- und Klimaschutzziele sowie all den damit verbundenen multiplen Herausforderungen eine Schlüsselrolle zu. Die Auswirkungen des Klimawandels können nur über die sofortige und massive Reduktion von CO2-Emissionen begrenzt werden. Es geht um die adäquate, präventive Anpassung unserer gebauten Umwelt an die immer weitreichenderen Veränderungen des Klimas. Um die Bewahrung natürlicher Ressourcen und Ökosysteme zum Schutz unserer Lebensgrundlage. Um das Erreichen geopolitischer Unabhängigkeit über eine konsequent zirkuläre Planungs- und Bauweise. Und das alles in einer Form, die positive Effekte für den Menschen als Gebäudenutzenden hat sowie ökonomisch sinnvoll und langfristig bezahlbar ist.
Hier setzt das DGNB System für den Neubau von Gebäuden an. Als Planungs- und Optimierungstool unterstützt es Bauherren, Projektentwickler, Architektinnen und Architekten sowie Planende gezielt dabei, die für ihr Projekt individuell besten Lösungen zu finden. Die Anschlussfähigkeit an andere Bewertungssystematiken wie die EU-Taxonomie, das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG), den EU-Berichtsrahmen Level(s) sowie die Sustainable Development Goals (SDGs) wurde berücksichtigt.
Das Wichtigste zum DGNB System Gebäude Neubau im Überblick
Das DGNB System für Neubauten richtet sich an alle, die einen Neubau planen, umsetzen und/oder besitzen. Das können Projektentwicklungsbüros, Wohnungsbaugesellschaften, Bauherrinnen und Bauherren, Kommunen oder Privatpersonen sein.
Eigenständige Systemvarianten für kleine Wohngebäude und die Zertifizierung im internationalen Kontext
- Sie möchten ein Neubauprojekt im Bereich Wohnen mit maximal zwölf Wohneinheiten zertifizieren? Die DGNB hat hierfür eine eigene Systemvariante entwickelt. Zum DGNB System für die Sanierung oder den Neubau von kleinen Wohngebäuden.
- Für die Zertifizierung von Projekten außerhalb Deutschlands in Ländern, in denen die DGNB keine lokalen Systempartner hat, hat die DGNB zudem eine eigene Systemvariante entwickelt. Die Besonderheit des DGNB Systems ist die maximale Flexibilität im Hinblick auf länderspezifische Gegebenheiten. Zum DGNB System New Construction, Buildings, International
Das DGNB System für Neubauten ist in der aktuellen Version für folgende Nutzungsprofile anwendbar:
- Bildungsbauten
Zur Nutzung
- Büro- und Verwaltungsgebäude
Zur Nutzung
- DGNB Flex
Zur DGNB Flex Zertifizierung
- Geschäftshäuser
Zur Nutzung
- Gesundheitsbauten
Zur Nutzung
- Hotels
Zur Nutzung
- Kleinteilige lndustrie- und Gewerbeobjekte
Zur Nutzung
- Logistikgebäude
Zur Nutzung
- Mischnutzung
Zur Nutzung
- Produktionsstätten
Zur Nutzung
- Shoppingcenter
Zur Nutzung
- Verbauchermärkte
Zur Nutzung
- Versammlungsstätten
Zur Nutzung
- Wohngebäude (seit Version 2023: mehr als 5 Wohneinheiten)
Zur Nutzung
Hinweis: Für den Neubau und die Sanierung kleiner Wohngebäude mit bis zu 12 Wohneinheiten gilt seit 1. Juli 2024 das DGNB System für die Sanierung oder den Neubau von kleinen Wohngebäuden.
- Weitere Nutzungen
Darüber hinaus gibt es einige Nutzungsprofile, die sich aktuell in der Erstanwendung befinden. Eine Übersicht aller Nutzungsprofile finden Sie hier. Sollte Ihr Gebäudetyp bislang noch nicht im DGNB System berücksichtigt sein, finden Sie hier alle Informationen zur Anwendung von DGNB Flex.
International Projekte zertifizieren
Für die Zertifizierung von Projekten außerhalb Deutschlands in Ländern, in denen die DGNB keine lokalen Systempartner hat, hat die DGNB zudem eine eigene Systemvariante entwickelt. Die Besonderheit des DGNB Systems ist die maximale Flexibilität im Hinblick auf länderspezifische Gegebenheiten. Zum DGNB System New Construction, Buildings, International
Bei der Entwicklung des Zertifizierungssystems für Neubauten wurde die optimale Anschlussfähigkeit an weitere DGNB Bewertungssysteme sichergestellt. Dies gilt für die Varianten des DGNB Systems für Gebäude im Betrieb, für nachhaltige Baustellen sowie für den Gebäuderückbau.
Darüber hinaus sind die Kriterien des DGNB Systems mit den Anforderungen anderer Systeme bzw. Klassifizierungen harmonisiert. Wer eine DGNB Zertifizierung durchführt, wird also keine parallelen Dokumentationsaufwände haben, sondern kann das DGNB Zertifikat als Nachweisinstrument für nationale und internationale Vorgaben nutzen. Für folgende Systeme hat die DGNB einen solchen Systemabgleich durchgeführt:
- EU-Taxonomie
- EU-Berichtsrahmen Level(s)
- Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG), an das die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gekoppelt ist
- Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen
Im Kriterienkatalog ist die Relevanz der einzelnen DGNB Kriterien für die jeweiligen Systeme mit einem Icon gekennzeichnet. Wie der Bezug zueinander konkret ausfällt, können Sie jeweils in den Dokumenten zum Systemabgleich nachlesen.
Zertifizierungskriterien
Das DGNB System bewertet keine einzelnen Maßnahmen, Konstruktionen oder Bauteile, sondern die Gesamtperformance eines Gebäudes anhand von Kriterien. Dabei fußt das System auf den drei zentralen Nachhaltigkeitsbereichen Ökologie, Ökonomie und Soziokulturelles, die gleichgewichtet mit 25 Prozent in die Bewertung einfließen. Im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung bewertet das DGNB System zudem den Standort mit 5 Prozent sowie die technische und prozessuale Qualität mit jeweils 10 Prozent.
Aktuelle Versionen des DGNB Kriterienkatalogs Gebäude Neubau
Aufgrund veränderter Bedingungen am Markt und dem damit verbundenen Feedback für mehr Entbürokratisierung und Aufwandsreduktion in der Zertifizierung, hat sich die DGNB in den vergangenen Monaten intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, wie eine Vereinfachung möglich ist, ohne inhaltliche Ambition zu verlieren, und das DGNB System für Neubauten unter dem Namen „Version 2023.2“ in einem intensiven Beteiligungsprozess gezielt weiterentwickelt.
Aktuell ist eine Anmeldung zur Zertifizierung entsprechend des DGNB Systems Gebäude Neubau in den Versionen 2023 und 2023.2 möglich. Ab dem 1. Oktober 2026 ersetzt die Version 2023.2 die Version 2023 vollständig als gültige Marktversion.
Die Kriterien zum Download
DGNB Kriterienkatalog Gebäude Neubau, Version 2023.2 | Vorabfassung
DGNB Kriterienkatalog Gebäude Neubau, Version 2023, 4. Auflage
Auszeichnung

Das DGNB System für den Neubau von Gebäuden bewertet wie bei den anderen Zertifizierungsformen der DGNB nach Erfüllungsgraden. Der Gesamterfüllungsgrad errechnet sich aus der Bewertung der einzelnen Kriterien. Als höchste Auszeichnung wird das Platin Zertifikat verliehen.
Ab einem Gesamterfüllungsgrad von 50 Prozent erhält das Gebäude das DGNB Zertifikat in Silber. Ab einem Erfüllungsgrad von 65 Prozent wird das DGNB Zertifikat in Gold vergeben. Für ein DGNB Zertifikat in Platin muss das Projekt einen Gesamterfüllungsgrad von 80 Prozent erreichen.
Die DGNB hat den Anspruch, eine einheitlich hohe Qualität der Gebäude zu fördern. Der Gesamterfüllungsgrad allein reicht daher für ein Zertifikat nicht aus. In den Bereichen der ökologischen, ökonomischen sowie der soziokulturellen und funktionalen Qualität muss jeweils ein Mindesterfüllungsgrad erreicht werden, um die entsprechende Auszeichnung zu erhalten. Für Platin ist beispielsweise ein Erfüllungsgrad von mind. 65 Prozent in diesen ersten drei Themenfeldern notwendig. Ein Erfüllungsgrad von mind. 50 Prozent ist Voraussetzung für ein Zertifikat in Gold. Für Silber liegt die Grenze bei 35 Prozent pro Themenfeld.
DGNB Diamant
Zusätzlich ist für Projekte, die eine Gold oder Platin Zertifizierung erhalten haben, auch eine Anerkennung für herausragende gestalterische und baukulturelle Qualität durch eine Auszeichnung mit dem DGNB Diamant möglich. Alle Informationen zum DGNB Diamant finden Sie hier.
Ausgewählte DGNB-zertifizierte Projekte
Geschäftshäuser
Bildungsbauten
Projektanmeldung
Um ein Projekt anzumelden, müssen Vertragspartner zunächst einen DGNB Auditor engagieren. Dieser kann das Projekt anmelden. Auditoren begleiten zudem den gesamten Prozess und übernehmen die Nachweisführung sowie Einreichung bei der DGNB.

Hinweis zur Anmeldung auf verschiedene Systemversionen
Projekte können noch bis zum 30. September 2026 in der Version 2023 des DGNB Systems Gebäude Neubau angemeldet werden. Eine Anmeldung auf die aktualisierte Version 2023.2 ist ebenfalls bereits möglich. Die Bearbeitung der Kriterien für die Version 2023.2 ist in der DGNB System Software voraussichtlich ab Juli 2026 möglich. Ab dem 1. Oktober löst die Version 2023.2 die Version 2023 vollständig ab.
Für bereits angemeldete Projekte gilt grundsätzlich die bei der Anmeldung gültige Systemversion. Es besteht aber die Möglichkeit, in Absprache mit der Zertifizierungsstelle, auf die neue Version zu wechseln.
- Projekte die bereits zur Zertifizierung entsprechend des DGNB Systems Gebäude Neubau, Version 2018 angemeldet sind, mussten die Vertragsunterlagen bis zum 31. Oktober 2024 unterzeichnet bei der DGNB einreichen.
- Projekte, die das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude anstreben und bis zum 31. Juli 2024 eine PAZ-Anfrage bei der DGNB gestellt haben, konnten Ihr Projekt noch bis zum 31. Dezember 2024 für eine Zertifizierung entsprechend des DGNB Systems Neubau Gebäude, Version 2018 anmelden. Die Vertragsunterlagen mussten bis zum 28. Februar 2025 unterzeichnet bei der DGNB eingegangen sein.
Für alle anderen Projekte ist seit dem 1. Dezember 2023 eine Anmeldung ausschließlich für die Version 2023 möglich.
Die wichtigsten Informationen zum DGNB System Gebäude Neubau, Version 2018
Spezifische Anwendungen
Im Rahmen der Zertifizierung für Neubauten gibt es weitere Auszeichnungs- und Anwendungsmöglichkeiten, die auf potenzielle Besonderheiten bei Bauprojekten eingehen. Zu diesen spezifischen Anwendungen gehören:
Weiterführende Informationen

Zertifizierungshilfe für DGNB Silber – Wohngebäude nach dem DGNB System für Gebäude Neubau, Version 2023

Gegenüberstellung DGNB System Neubau, Version 2023 und Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen

Driving the green transformation in Europe
Häufig gestellte Fragen
In Hamburg gibt es unter der Leitung der HafenCity Hamburg GmbH und ihrer Tochtergesellschaften vier große Stadtentwicklungsvorhaben: HafenCity, Billebogen, Grasbrook und die Science City Hamburg Bahrenfeld. In dem Bestreben konsequent einheitlich hohe Nachhaltigkeitsstandards in den Quartieren zu realisieren, ist hier bereits seit 2010 eine Nachhaltigkeitszertifizierung Voraussetzung für die Vergabe von Grundstücken. Seit 2017 ist es zudem für alle neuen Gebäude verpflichtend, die höchste Auszeichnung des HafenCity eigenen Zertifizierungssystems zu erreichen. 2023 wurde eben diese durch eine neue, in Kooperation mit der DGNB entwickelte Auszeichnung abgelöst: die DGNB Sonderauszeichnung Umweltzeichen. Die DGNB Sonderauszeichnung Umweltzeichen umfasst zentrale Aspekte aus dem bisher eigenständig geführten "Umweltzeichen HafenCity 3.0" und verknüpft sie mit den Vorteilen des DGNB Systems.
Ihre Ansprechperson
Ralf Pimiskern
Abteilungsleiter DGNB Zertifizierung
- Tel.: +49-711-722322-51
- E-Mail: r.pimiskern@dgnb.de



