System­entwicklung bei der DGNB

Aktuelle Entwicklungen des DGNB Systems und Ihre Möglichkeiten, an diesen mitzuwirken

In enger Zusammenarbeit mit unserem Netzwerk, das die gesamte Wertschöpfungskette der Bau- und Immobilienwirtschaft repräsentiert, arbeiten wir kontinuierlich daran, die aktuellen Entwicklungen frühestmöglich in das DGNB System zu integrieren und Innovationen weiter voranzutreiben.

Die DGNB freut sich über Rückmeldung zu und Mitarbeit an ihren Neu- und Weiterentwicklungen. Ein mögliches Mitwirken erfolgt zum Teil in offenen Formaten, an denen jede und jeder teilnehmen kann, innerhalb von Angeboten für Fachexpertinnen und -experten oder im Rahmen von festen Gremien- und Expertengruppen. Hier finden Sie eine Übersicht über die aktuellen Systementwicklungen und Ihre Möglichkeiten, sich einzubringen und an diesen mitzuarbeiten. Nähere Informationen zu den Inhalten, der spezifischen Zielgruppe und den Ansprechpersonen finden Sie unter dem jeweiligen Themengebiet.

Bitte beachten Sie, dass sich alle hier genannten DGNB Systeme in Entwicklung befinden. Die Herausgabe eines "vorläufigen" Kriterienkatalogs ist nicht möglich. Ausgenommen hiervon sind DGNB Systeme, bei denen bereits die Kommentierungsphase gestartet hat.

Laufende Systementwicklungen

Nachhaltige Verkehrsinfrastruktur

Spricht man über die Möglichkeiten zur Minderung von CO2-Emissionen im Bausektor, wird ein großer Hebel oft vergessen: die Infrastrukturbauten. Aus diesem Grund entwickelt die DGNB aktuell ein Zertifizierungssystem für Verkehrsinfrastrukturen. Es umfasst Streckenabschnitte von Straßen- und Schieneninfrastrukturprojekten mit zugehörigen Ingenieurbauwerken.

Das neue Zertifizierungssystem soll es öffentlichen Auftraggebern, Bauunternehmen und Planenden erstmals ermöglichen, Verkehrsinfrastrukturprojekte über alle Lebenszyklusphasen hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit zu bewerten und zu steuern.

Nachdem an einem Pilotprojekt bereits erste Kriterien getestet wurden, werden diese in der zweiten Pilotphase nun an weiteren Projekten angewendet und weiter konkretisiert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Bewertung von Projekten unter Berücksichtigung der drei Nutzungsprofile Außerortsstraße, Innerortsstraße und Schiene sowie verschiedener Planungsphasen. Weitere Informationen zu der Systementwicklung finden Sie hier.

Im Rahmen der Systementwicklung ist eine Mitwirkung ausdrücklich erwünscht. Interessierte können sich dabei auf unterschiedliche Weise beteiligen. Sie wollen sich aktiv einbringen oder haben ein konkretes Projekt für die zweite Pilotphase, an welchem Sie die Kriterien testen wollen? Dann kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail an infrastruktur@dgnb.de. Wir freuen uns auf Ihr Wissen und Engagement!

Wenn Sie zum aktuellen Stand der Systementwicklung informiert bleiben möchten, treten Sie bitte der öffentlichen Gruppe "Nachhaltige Verkehrsinfrastruktur" auf unserer Netzwerkplattform myDGNB bei.

Nachhaltige Brücken

In vielen Kommunen stehen Brückensanierungen oder die Errichtung von Brückenersatzbauten an, die nachhaltig ausgeführt werden sollen. Damit Entscheidungen auf der Grundlage von Nachhaltigkeitsfaktoren getroffen werden können, entwickelt die DGNB derzeit ein Nutzungsprofil für nachhaltige Brücken. Dieses soll perspektivisch als weiteres Nutzungsprofil in das DGNB System für nachhaltige Verkehrsinfrastruktur integriert werden und sowohl für Sanierungen als auch Neubauten anwendbar sein.

Das neue Nutzungsprofil soll öffentlichen Auftraggebern, Bauunternehmen und Planenden erstmals ermöglichen, Brückenbauwerke über alle Lebenszyklusphasen hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit zu bewerten und Planungen entsprechend zu steuern.

Nachdem erste Workshops mit Expertinnen und Experten der Arbeitsgruppe Brücken stattgefunden haben, liegen erste Rohentwürfe der Kriterien vor. Diese werden aktuell gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Brücken im Rahmen von Workshops weiterentwickelt und optimiert. Ziel ist es, bis Ende 2026 einen Kriterienkatalog zu entwickeln, der öffentlich kommentiert und angewendet werden kann.

Im Rahmen der Neuentwicklung des Nutzungsprofils ist eine Mitwirkung ausdrücklich erwünscht. Interessierte können sich dabei auf unterschiedliche Weise beteiligen.

Kommende Treffen der Arbeitsgruppe nachhaltige Brücken:

  • Hybrid Workshop am Dienstag, den 21. Juli .2026 (DGNB Geschäftsstelle und MS Teams)
  • Online Workshop am Dienstag, den 25. August 2026 (MS Teams)

Sie sind an einer aktiven Mitarbeit interessiert oder haben ein konkretes Projekt? Dann kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail an infrastruktur@dgnb.de. Wir freuen uns auf Ihr Wissen und Engagement!

Wenn Sie zum aktuellen Stand der Neuentwicklung des Nutzungsprofils informiert bleiben möchten, treten Sie bitte der öffentlichen Gruppe "Nachhaltige Verkehrsinfrastruktur" auf unserer Netzwerkplattform myDGNB bei.

Nachhaltige Ausstellungen

Ausstellungen haben einen hohen gesellschaftlichen Wert. Sie vermitteln Wissen, regen zur Auseinandersetzung an und schaffen Raum für Begegnung. Gleichzeitig sind sie oft mit einem hohen Ressourcenverbrauch verbunden – insbesondere bei temporären Formaten mit komplexer Logistik und kurzer Nutzungsdauer.

Um die Aspekte der Nachhaltigkeit von Ausstellungen zu stärken, erarbeiten wir aktuell einen variabel anwendbaren Kriterienkatalog für Museen, Gestaltende und kuratierende Akteure. Entwickelt wird ein System, das Nachhaltigkeit in Ausstellungen von der Konzeption bis zum Rückbau integriert. Inhaltlich werden Themen wie Energieversorgung, zirkuläre Ressourcenplanung und Lebenszykluskosten behandelt. Es fördert ressourcenschonendes und zirkuläres Handeln sowie den Einsatz fairer Materialien. Ebenfalls berücksichtigt werden Anforderungen hinsichtlich Klimaanpassung, Biodiversität und sozialer Aspekte.

Die Kriterien für die Zertifizierung wurden ausgearbeitet. Das System befindet sich aktuell in der Finalisierung.

Momentan gibt es keine Möglichkeiten zur Mitwirkung. Das System werden wir als Erstanwendung veröffentlichen. Projekte können dann zur Zertifizierung angemeldet werden. Interessierte Projektverantwortliche sind herzlich eingeladen, ihre Ausstellung als eines der ersten Projekte einzureichen und die Einführung des Systems aktiv zu begleiten.

 

Nachhaltige Messestände

Messestände werden in der Regel nur für eine begrenzte Zeit aufgebaut und sind dadurch mit einem hohen Ressourcenverbrauch im Vergleich zur Nutzungsdauer verbunden.

Um die Aspekte der Nachhaltigkeit bei Messeständen zu stärken, erarbeiten wir aktuell einen Leitfaden sowie eine entsprechende Zertifizierung, die sowohl Materialien bzw. Ressourcen und deren Verwendung, die Standgestaltung und Kommunikation sowie den Themenbereich Mobilität und Logistik adressiert.

Die Kriterien für die Auszeichnung wurden fertiggestellt und die Zertifizierung für Messestände befindet sich in der Finalisierung. Ergänzend wurde ein Leitfaden erarbeitet. Die erste Anwendung ist zur BAU 2027 geplant.

Ausstellende der BAU 2027 können ihre Messestände demnächst anmelden. Details zum Verfahren werden rechtzeitig bekanntgegeben. Wir freuen uns über Projekte, die als erste an der Auszeichnung teilnehmen möchten, sowie über Interessierte, die den weiteren Entwicklungsprozess begleiten möchten.

 

Umfassende Aktualisierung des DGNB Systems for New Construction Buildings, Version 2020 International

Aktuell arbeiten wir an einer umfassenden Systemaktualisierung des bestehenden DGNB Systems for New Construction Buildings, Version 2020 International. Ziel der Überarbeitung des zur internationalen Anwendung konzipierten Systems ist es, dieses an die Anforderungen des DGNB Systems Gebäude Neubau, Version 2023 anzupassen.

Aktuell wird der Kriterienkatalog erstellt. Die Veröffentlichung der Makrtversion ist für 2026 geplant.

Bis einschließlich 18. Januar 2026 gibt es die Möglichkeit, uns Ihr Feedback zur Kommentierungsversion zukommen zu lassen. Gefragt sind Kommentare zur Anwendbarkeit bzw. Praxistauglichkeit der formulierten Anforderungen und Methoden.

Zur Kommentierung

Zukunftswerkstatt Bestandsgebäude

Die Transformation des Gebäudebestands zählt zu den größten Herausforderungen für das Erreichen der Klima- und Nachhaltigkeitsziele. Gleichzeitig müssen bestehende Gebäude wirtschaftlich, ressourcenschonend und an die Anforderungen einer sich wandelnden Gesellschaft angepasst werden.

Aus diesem Grund hat die DGNB 2026 eine breit angelegte Gremienarbeit rund um die Zertifizierung für Sanierungen gestartet. Im Rahmen der Zukunftswerkstatt Bestandsgebäude wollen wir gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen, die Anforderungen an ein praxisnahes und breit anwendbares System erarbeiten.

Die neu- und weiterentwickelte Variante der Zertifizierung soll Eigentümern, Planenden und Bauunternehmen künftig noch besser ermöglichen, Sanierungsprojekte hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit zu bewerten, fundierte Entscheidungen zu treffen und Transformationsprozesse im Gebäudebestand zielgerichtet zu steuern.

Die Entwicklung einer neuen Art der Zertifizierung für Bestandsgebäude ist bereits mit ersten Auftaktworkshops unter Beteiligung von Vertreterinnen und Vertretern aus der Bau- und Immobilienwirtschaft gestartet. Im weiteren Verlauf des Jahres 2026 werden weitere Workshops mit verschiedenen Akteursgruppen folgen, um verschiedene Perspektiven in den Entwicklungsprozess einzubinden.

Es ist geplant, bis Ende 2026 die grundlegenden Ziele sowie eine Struktur für die neue Version des DGNB Systems zu erarbeiten. Begleitend wird geprüft, wie das Zertifizierungssystem in bestehende Förder-, Planungs- und Entscheidungsprozesse integriert werden kann, um eine möglichst hohe Wirkung für die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele zu erzielen.

Im Rahmen der Systementwicklung ist eine Mitwirkung ausdrücklich erwünscht. Interessierte können sich dabei auf unterschiedliche Weise beteiligen.

Zum einen werden von August bis Oktober Workshops mit verschiedenen Themenschwerpunkten stattfinden:

Themenschwerpunkt „Komplett- und Teilmodernisierung“

20. August 2026 | 10:00 bis 13:00 Uhr | Online, auf Anfrage ist auch eine Teilnahme in Stuttgart in der DGNB Geschäftsstelle möglich

Im Workshop werden Anforderungen und Bewertungsansätze für die Komplett- und Teilmodernisierung von Bestandsgebäuden erarbeitet. Im Fokus stehen umfassende Modernisierungen bis hin zum Quasi-Neubaustandard sowie die Umsetzung größerer Maßnahmenpakete, beispielsweise an Gebäudehülle, Gebäudetechnik oder Grundriss. Auch die Berücksichtigung von Schadstoffsanierungen ist Bestandteil der Diskussion. Ziel ist es, diese unterschiedlichen Modernisierungstiefen in einem praxisnahen Zertifizierungssystem abzubilden.

Themenschwerpunkt „Nutzungsumwandlungen, Umbauten, Erweiterungen“

24. September 2026 | 10:00 bis 13:00 Uhr | Online, auf Anfrage ist auch eine Teilnahme in Stuttgart in der DGNB Geschäftsstelle möglich

Im Workshop werden Anforderungen und Bewertungsansätze für Umbauten, Nutzungsänderungen und Erweiterungen von Bestandsgebäuden diskutiert. Im Mittelpunkt stehen die Umnutzung bestehender Gebäude, Maßnahmen zur Anpassung an veränderte Nutzungsanforderungen, beispielsweise für altersgerechtes Wohnen, der reine Innenausbau sowie Aufstockungen und Erweiterungen. Ziel ist es, diese vielfältigen Transformationsmaßnahmen in einem praxisnahen Zertifizierungssystem angemessen zu berücksichtigen.

„Wrap Up“- Workshop zu den Schwerpunktthemen

1. Oktober 2026 | 10:00 bis 12:30 Uhr | Online

Im Abschlussworkshop werden die Ergebnisse der vorangegangenen Workshops zusammengeführt und gemeinsam bewertet. Ziel ist es, die wesentlichen Anforderungen und Strukturbausteine des zukünftigen Zertifizierungssystems für Bestandsgebäude zu konsolidieren, offene Fragestellungen zu diskutieren und die nächsten Schritte für die weitere Systementwicklung festzulegen.

Sie wollen sich aktiv im Rahmen der Workshops einbringen? Dann kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail an sanierung@dgnb.de

Bei Fragen melden Sie sich gerne per E-Mail an sanierung@dgnb.de.



Aktuelle Entwicklungen mit Bezug zum DGNB System

Anpassung des Bewertungssystems REMMS für Deutschland

REMMS (Real Estate Meta-rating and Monitoring on Sustainability) ist ein in der Schweiz etabliertes System zur automatisierten, datenbasierten und gemeinwohlorientierten Nachhaltigkeitsbewertung von Gebäuden und Portfolios. Gemeinsam mit dem gemeinnützigen Verein REMMS, der das gleichnamige System zur Nachhaltigkeitsbeurteilung von Gebäuden in der Schweiz entwickelt hat, und dem Institut für Baubetriebslehre der Universität Stuttgart arbeitet die DGNB derzeit an einer Anpassung des Systems für Deutschland. Eine an den deutschen Markt angepasste Version kann so perspektivisch als niederschwellige, vergleichbare Nachhaltigkeitsbewertung über alle Immobilientypen und Nutzungsszenarien hinweg die bestehenden Angebote im Rahmen der DGNB Zertifizierung ergänzen und ist ein weiterer Baustein, um Nachhaltigkeitsqualität messbar zu machen. Darüber hinaus kann sie im Rahmen der Zertifizierung (z.B. zur Zertifizierung mit dem DGNB System Gebäude im Betrieb) als Dokumentationshilfe zum Einsatz kommen.


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Ihre Ansprechperson

Dr. Kathrin Quante

Dr. Kathrin Quante

stv. Abteilungsleiterin / Teamleiterin Systementwicklung