Ausstellungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Wissensvermittlung, zum kulturellen Austausch und zur gesellschaftlichen Teilhabe. Gleichzeitig entstehen insbesondere bei temporären Ausstellungen erhebliche Umweltwirkungen durch einen hohen Ressourceneinsatz von Material und Energie.
Mit dem DGNB System Nachhaltige Ausstellungen, Museums- und Kulturbereich, Version 2026 stellt die DGNB erstmals ein ganzheitliches Bewertungs- und Optimierungsinstrument zur Verfügung, das die spezifischen Anforderungen kultureller Ausstellungen berücksichtigt. Es unterstützt Projektverantwortliche in Museen sowie gestaltende und kuratierende Akteure dabei, Nachhaltigkeit systematisch in die Planung sowie über die Umsetzung und Nutzung bis hin zum Rückbau ihrer Ausstellungen zu integrieren.
Anwendbar ist es sowohl bei der Entwicklung neuer als auch bei der nachhaltigen Weiterentwicklung bestehender Ausstellungskonzepte.
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Das DGNB System für nachhaltige Ausstellungen befindet sich aktuell in der Erstanwendungsphase und kann bis auf Weiteres kommentiert werden. Machen Sie mit, wir freuen uns auf Ihr Feedback!
ZUR KOMMENTIERUNG
Das DGNB System für nachhaltige Ausstellungen richtet sich an Museen und andere Kulturinstitutionen sowie an alle Akteure, die an der Konzeption, Planung und Umsetzung von Ausstellungen beteiligt sind. Dazu zählen u.a.:
- Kuratorinnen und Kuratoren
- Gestaltende
- Szenografinnen und Szenografen
- Planungsbüros
- Ausführende Unternehmen
- Bauherrschaften
- Projektverantwortliche
Das DGNB System für nachhaltige Ausstellungen kann auf kulturelle Ausstellungen unterschiedlicher Art angewendet werden. Es betrachtet sowohl temporäre Wechsel- und Sonderausstellungen als auch Dauerausstellungen in Museen und anderen Kulturinstitutionen. Dabei können neben neu konzipierten auch bestehende Ausstellungen bewertet werden. Eine Anwendung ist grundsätzlich unabhängig von Größe, Thema oder Standort der Ausstellung möglich, sofern die Anforderungen des jeweiligen Nutzungsprofils erfüllt werden.
Mit der Anwendung des DGNB Systems für nachhaltige Ausstellungen leisten Sie einen Beitrag dazu, Ausstellungen zukunftsfähig, verantwortungsvoll und im Einklang mit ihrer kulturellen Aufgabe umzusetzen. Daraus ergeben sich vielfältige Vorteile:
- Gezielte Reduzierung von Klima- und Umweltwirkungen
- Ressourcenschonung und Förderung der Kreislaufwirtschaft
- Kostenoptimierung über den Lebenszyklus
- Gesunde und hochwertige Ausstellungsräume
- Barrierefreiheit und Stärkung kultureller Teilhabe
- Sichtbare und nachvollziehbare Nachhaltigkeitsleistungen
Schnellnavigation: Zertifizierungskriterien | Anwendungsbereich und Voraussetzungen | Bewertung und Auszeichnung | Projektanmeldung | Häufig gestellte Fragen
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Informieren Sie sich persönlich in unserer digitalen Infoveranstaltung "Ausstellungen nachhaltig gestalten und auszeichnen: Das neue DGNB System Nachhaltige Ausstellungen" am 5. November von 10:00 bis 11:00 Uhr. Dort stellen wir Ihnen das neue System im Detail vor und beantworten Ihre Fragen.
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Sie haben sich bereits für eine Zertifizierung entschieden und wollen starten? Hier finden Sie alle Zertifizierungsexperten, die zur Einreichung bei der DGNB qualifiziert sind und Sie bei Ihrem Projekt begleiten können.
Im Rahmen der Erstanwendung ist für beide Nutzungsprofile keine gesonderte Qualifikation erforderlich. Wir empfehlen jedoch, bei der Anwendung des Systems eine DGNB Auditorin oder einen DGNB Auditor beratend einzubinden.
Zertifizierungskriterien
Das DGNB System bewertet Ausstellungen anhand von insgesamt sieben Kriterien in drei Themenfeldern: Ökologische Qualität, Ökonomische Qualität sowie Soziokulturelle und funktionale Qualität. Die Kriterien sind so aufgebaut, dass sie eine ganzheitliche Betrachtung der Nachhaltigkeit ermöglichen und Projektverantwortliche bei der Planung und Umsetzung unterstützen.
Im Mittelpunkt stehen u.a. der verantwortungsvolle Einsatz von Materialien und Ressourcen, Energie- und Klimaschutz, die Aufenthaltsqualität für Besuchende, Barrierefreiheit sowie die Dokumentation und langfristige Nutzbarkeit von Ausstellungen.
Die Themenfelder fließen mit folgender Gewichtung in die Gesamtbewertung ein:
- Ökologische Qualität: 35 Prozent
- Ökonomische Qualität: 30 Prozent
- Soziokulturelle und funktionale Qualität: 35 Prozent
Anwendungsbereiche und Voraussetzungen
Anwendungsbereiche
Das DGNB System für nachhaltige Ausstellungen kann in unterschiedlichen kulturellen Kontexten angewendet werden – von temporären bis hin zu dauerhaft angelegten Ausstellungen in Museen und anderen Kulturinstitutionen. Unterschieden wird in zwei Nutzungsprofile:
Wechsel- und Sonderausstellungen
Dieses Nutzungsprofil umfasst Ausstellungen, die für einen begrenzten Zeitraum konzipiert und mit reduziertem organisatorischem und dokumentarischem Aufwand umgesetzt werden. Typische Beispiele sind Sonderausstellungen, temporäre Installationen oder Wanderausstellungen, mit einer Lebensdauer von wenigen Wochen oder Monaten.
Dauerausstellungen
Dieses Nutzungsprofil gilt für dauerhaft oder langfristig angelegte Ausstellungen, die in der Regel einen erhöhten Planungs- und Organisationsaufwand erfordern. Dazu zählen beispielsweise Dauerausstellungen, langfristig angelegte Themenausstellungen oder fest installierte Ausstellungskonzepte.
Zertifizierungsvoraussetzungen
Damit eine Ausstellung als zertifizierbar gilt, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
- Die gesetzlichen Anforderungen des Gebäudes, in der sich die zu zertifizierende Ausstellung befindet, müssen erfüllt sein.
- Gutachten und Berechnungen müssen sich auf den aktuellen Planungsstand bzw. auf die errichtete Ausstellung beziehen. Werden Gutachten und Berechnungen verwendet, die sich auf einen vorherigen Planungsstand beziehen, muss ihre andauernde Gültigkeit bzw. Relevanz plausibel dargelegt werden.
Bewertung und Auszeichnung
Die Bewertung einer Ausstellung basiert auf ihrem gesamten Lebenszyklus – von der Planung über die Nutzung bis hin zum Rückbau. Sofern in einzelnen Kriterien nicht anders dargelegt, werden die Ausstellungsflächen sowie die allgemein und öffentlich zugänglichen Flächen betrachtet. In einigen Kriterien ist eine Betrachtung des Außenraums vorgesehen.
Für Wechsel- und Sonderausstellungen steht aufgrund der begrenzten Planungs- und Umsetzungszeit ein vereinfachtes Verfahren mit praxisnahen Checklisten zur Verfügung. Alternativ kann die Bewertung über Konzepte erfolgen.
Für Dauerausstellungen erfolgt die Bewertung vorrangig über Konzepte, die eine vertiefte Auseinandersetzung mit den jeweiligen Nachhaltigkeitsthemen ermöglichen. Alternativ kann auch hier das vereinfachte Verfahren mit Checklisten genutzt werden.
Für den Erhalt der DGNB Auszeichnung "Nachhaltige Ausstellung" müssen mindestens 65 Prozent Gesamterfüllungsgrad erreicht werden. Es sind keine Mindestanforderungen zu erfüllen.
Für Wanderausstellungen, die auf einer einheitlichen Konzeption basieren und an verschiedenen Standorten umgesetzt werden, besteht die Möglichkeit einer vereinfachten Zertifizierung auf Grundlage eines Grundkonzepts. Hierbei wird die zugrunde liegende Ausstellungskonzeption einmalig bewertet. Für jede Realisierung an einem Standort sind die standortspezifischen Anpassungen zu dokumentieren und die relevanten Nachweise ergänzend einzureichen. Dazu zählen insbesondere Angaben zu räumlichen Gegebenheiten, technischer Umsetzung sowie betrieblichen Rahmenbedingungen.
Abweichungen vom Grundkonzept sind kriterienbezogen darzustellen und hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Bewertung zu prüfen. Jede Ausstellung wird auf dieser Grundlage individuell zertifiziert. Die Anwendung dieses Verfahrens ist im Einzelfall mit der DGNB abzustimmen.
| Zertifizierungsgebühren für nachhaltige Ausstellungen | Wechsel- oder Sonderausstellung | Dauerausstellung |
|---|---|---|
| DGNB Mitglied | 750,00 € | 1.500,00 € |
| Nicht-Mitglied | 900,00 € | 1.900,00 € |
Alle Kosten gelten zzgl. der gesetzlich vorgeschriebenen Umsatzsteuer.
Der Rabatt für Mitglieder wird gewährt, wenn der Antragsteller des Projekts DGNB Mitglied oder Mitglied einer internationalen DGNB Partnerorganisation ist.
Projektanmeldung
Das System wird im Rahmen der Erstanwendung an ersten Projekten angewandt und final erprobt. Interessierte haben mit ihren Projekten die Gelegenheit, hier aktiv mitzuwirken.
| Hinweis: Die Zertifizierung einer Dauerausstellung kann zusätzlich zu einer Zertifizierung für Neubau oder Sanierung erfolgen. Thematisch gleiche Kriterien, die für das jeweilige System bereits bearbeitet wurden, müssen für die Zertifizierung der Ausstellung nur hinsichtlich der ausstellungsrelevanten Inhalte bearbeitet werden. Der Hinweis auf eine zusätzliche Zertifizierung ist bei der Projektanmeldung anzugeben. |

Im Rahmen der Erstanwendung ist keine gesonderte Qualifikation für das Audit nachhaltiger Ausstellungen erforderlich. Wir empfehlen jedoch eine DGNB Auditorin oder einen DGNB Auditor bei der Anwendung des Systems beratend einzubinden. Projekte können über die DGNB System Software zur Zertifizierung angemeldet und zur Prüfung eingereicht werden.
Häufig gestellte Fragen zum DGNB System Nachhaltige Ausstellungen
Das DGNB System für nachhaltige Ausstellungen wurde in enger Zusammenarbeit mit Vertretenden aus dem Museums- und Ausstellungsbereich entwickelt. Ziel war es, die besonderen Anforderungen kultureller Ausstellungen praxisnah abzubilden und gleichzeitig die bewährten Grundprinzipien der DGNB auf den Ausstellungsbereich zu übertragen.
Im Rahmen der Erstanwendung werden weitere Erfahrungen aus der Praxis und fachliche Rückmeldungen in die Weiterentwicklung des Systems einbezogen.
Die Erstanwendung bietet Ihnen die Möglichkeit, das DGNB System für nachhaltige Ausstellungen bereits vor der Veröffentlichung der finalen Marktversion anzuwenden. Die Projekte werden auf Grundlage der aktuellen Systemgrundlagen bewertet. Gleichzeitig können Erfahrungen und Rückmeldungen aus der praktischen Anwendung in die Weiterentwicklung des Systems einfließen. Ziel ist es, das System unter realen Rahmenbedingungen zu erproben und gemeinsam mit den Anwendern weiter zu optimieren.
Ihre Kommentare zur Weiterentwicklung des DGNB Systems für nachhaltige Ausstellungen können Sie ganz einfach über ein Online-Formular einreichen:


