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DGNB Rahmenwerk

Rahmenwerk für klimaneutrale Gebäude und Standorte

Das Rahmenwerk für klimaneutrale Gebäude und Standorte der DGNB leistet einen wesentlichen Beitrag, um die Dekarbonisierung des Gebäudebestands bis 2050 praktisch umsetzbar zu machen. Die aktuelle Fassung vom März 2020 fußt einer im 2018 veröffentlichten Erstversion, deren Methodik an zahlreichen Projekten evaluiert wurde.

Was ist das Rahmenwerk?

Rahmenwerk für klimaneutrale Gebäude und StandorteIm Rahmenwerk hat die DGNB ihre Definition von Klimaneutralität sowie die dazugehörigen Erläuterungen bzgl. Vorgehensweisen und Strategien zusammengestellt. Zielsetzung des Dokuments ist es, Klarheit am Markt zu schaffen und alle Akteure, die sich mit der Planung, dem Bau, dem Betrieb und dem Verwalten von Immobilien befassen, aufzuklären hinsichtlich effektiver Optimierungsansätze zur Reduktion der Treibhausgasemissionen.

Konkret werden im Rahmenwerk umfassende, praktische anwendbare Regeln zur Bilanzierung der CO2-Emissionen von Gebäuden und Standorten beschrieben. Ausgehend von den dort formulierten Definitionen für Klimaneutralität im Betrieb und in der Konstruktion von Gebäuden, bietet das Rahmenwerk die Grundlage zur Entwicklung von gebäudespezifischen Klimaschutzstrategien. Die Basis hierfür bieten individuelle Klimaschutzfahrpläne, wie sie im Rahmenwerk vorgestellt werden. In sechs Schritten wird aufgezeigt, wie jedes Gebäude zu seinem konkreten Maßnahmenplan kommt, mit dem es auf dem wirtschaftlichsten Weg zur Klimaneutralität bis spätestens im Jahr 2050 gelangt.

Das Rahmenwerk gibt zudem Hilfestellungen für die konkrete Umsetzung und Evaluierung der aus der Strategie abgeleiteten Maßnahmen und bestimmt den Rahmen für eine entsprechende CO2-Berichterstattung.

Aufbau und Inhalte des Rahmenwerks

Im Rahmenwerk werden folgende vier Grundelemente einer Klimaschutzstrategie detailliert dargestellt:

Teil 1: CO2-Bilanzierung zur Zustandsermittlung

Die CO2-Bilanzierung für Immobilien sowie das dazugehörige Regelwerk erlauben auf Grundlage der gemessenen Verbrauchsdaten eine exakte Bewertung des aktuellen Treibhausgasausstoßes von Gebäuden. Damit bietet sie die Grundlage, um konkrete Handlungsbedarfe auf dem Weg zur Klimaneutralität zu ermitteln. Um das Risiko von Fehlinvestitionen zu minimieren, braucht es eine solide Entscheidungsgrundlage. Deshalb muss die CO2-Bilanz hinreichend aussagekräftig sein und die tatsächlichen Treibhausgasemissionen möglichst vollständig abbilden.

Bilanzierung der Treibhausgasemissionen des Bilanzrahmens „Betrieb\"

Bilanzierung der Treibhausgasemissionen des Bilanzrahmens „Betrieb"

Abschnitte von Teil 1 des Rahmenwerks:

  1. Vorbemerkung und Randbedingungen
  2. Grundprinzipien der CO2-Bilanzierung
  3. Bilanzrahmen und Bilanzierungsregeln
  4. Datenermittlung für CO2-Bilanzen
  5. Nutzung und Anrechenbarkeit erneuerbarer Energieträger
  6. CO2-Kompensation
  7. Gutschriften durch Energieexport
  8. Verlässlichkeit der Ergebnisse und Datenqualitätsindikator
  9. CO2-Emissionsfaktoren
  10. Berechnungswerkzeuge zur Ermittlung von Energiebedarf und Treibhausgasemissionen
  11. Dokumentation und Qualitätssicherung der Bilanzierung
  12. Ausblick

Teil 2: Klimaschutzfahrplan

Klimaschutz und die dazugehörigen Investitionen müssen zielgerichtet geplant werden. Nur wer klare Ziele für seine Gebäude definiert, diese nachhält und Maßnahmen zukunftsorientiert umsetzt, kann Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit optimal zusammenbringen. Wichtig ist dabei, dass dies gebäudeindividuell erfolgt. Nur so können valide Maßnahmenpläne erarbeitet werden, die zielgerichtet auf die spezifischen Beschaffenheiten ausgerichtet sind.

Prinzipdarstellung eines Klimaschutzfahrplans mit individuellem Dekarbonisierungspfad

Prinzipdarstellung eines Klimaschutzfahrplans mit individuellem Dekarbonisierungspfad

Abschnitte von Teil 2 des Rahmenwerks:

  1. Ziel und Nutzen von Klimaschutzfahrplänen
  2. Grundprinzipien
  3. Erstellung eines Klimaschutzfahrplan
    - Schritt 1: Ermittlung des Ausgangszustand
    - Schritt 2: Potenzialanalyse für die relevanten Handlungsfelder
    - Schritt 3: Kostenbewertung der Maßnahmen
    - Schritt 4: Zeitliche Planung der Maßnahmen und Festlegung der Zielsetzung
    - Schritt 5: Dokumentation und Qualitätssicherung der Erstellung eines Klimaschutzfahrplans
    - Schritt 6: Festlegung von Verantwortlichkeiten und Planung der ersten Umsetzungsschritte

Teil 3: CO2-Berichterstattung

Interesse an Kennzahlen zum CO2-Ausstoß von Gebäuden haben viele Akteursgruppen: Eigner, Betreiber, Planer, Bauherren, Investoren, Finanzexperten, politische Entscheidungsträger genauso wie Kunden, Mitarbeiter und Anwohner. Die Informationen fließen in Miet- oder Kaufentscheidungen ein, wirken als Nachweis gegenüber Geldgebern oder belegen die Effektivität von durchgeführten Klimaschutzmaßnahmen. Ein strukturiertes Format für die transparente, regelmäßige Kommunikation dieser Kennwerte bildet ein Klimaschutzausweis.

Abschnitte von Teil 3 des Rahmenwerks:

  1. Klimaschutzmanagement auf Basis von Klimaschutzfahrplänen
  2. Kommunikation von klimaschutzrelevanten Informationen
  3. Klimaschutzrelevante Informationen in der externen Berichterstattung

Teil 4: Qualitätssicherung und Verifizierung

Um verlässlich zu prüfen, ob die umgesetzten Klimaschutzmaßnahmen tatsächlich wirksam sind und die gesetzten Ziele erreicht wurden, ist eine Verifizierung von einer unabhängigen Stelle notwendig. Je nachdem, ob es sich um Optimierungsmaßnahmen im Betrieb des Gebäudebestands, um einen kompletten Neubau oder eine umfassende Sanierung handelt, stehen verschiedene Methoden zur externen Qualitätssicherung zur Verfügung. Die damit verbundene Auszeichnung mit einem Zertifikat schafft Transparenz und stärkt die Glaubwürdigkeit der Kommunikation.

Abschnitte von Teil 4 des Rahmenwerks:

  1. Qualitätssicherung für eine verlässliche Zielerreichung
  2. Anreize für mehr Klimaschutz mit DGNB Zertifizierungen

Bezug des Rahmenwerks zur DGNB Zertifizierung

Als Anreiz, das Rahmenwerk anzuwenden und Klimaschutz in die Tat umzusetzen, kann das DGNB System verstanden werden. Die verschiedenen Zertifizierungsformen der DGNB bieten unterschiedliche Anknüpfungspunkte und Motivationen, um sich mit Klimaschutzanforderungen auseinanderzusetzen. Dabei geht es zum Beispiel um die Planung und Ausführung von Neubauten oder Sanierungen mit geringem CO2-Ausstoß der Konstruktion oder einem klimaneutralem Gebäudebetrieb.

Insbesondere beim 2020 grundlegend überarbeiteten DGNB System für Gebäude im Betrieb sind die Klimaschutzanforderungen mit dem Rahmenwerk eng aufeinander abgestimmt. So werden beispielsweise die regelmäßige Erfassung und Reduktion der CO2-Emissionen sowie die Erstellung und Anwendung individueller Klimaschutzfahrpläne, wie sie im Rahmenwerk vorgegeben sind, adressiert. Gebäude, die basierend auf ihren realen Verbrauchsdaten nachweislich klimaneutral betrieben werden, können die DGNB Auszeichnung „Klimapositiv" erhalten.

Weitere Quellen im Zusammenhang mit dem Rahmenwerk

Broschüre Klimapositiv: Jetzt!Parallel zur neuen Version des Rahmenwerks hat die DGNB die Publikation „Klimapositiv: Jetzt! Wie jedes Gebäude einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann" veröffentlicht. In dieser werden nähere Hintergründe aufgezeigt, warum der Bau- und Immobiliensektor eine zentrale Rolle beim Klimaschutz spielt und warum es einen Paradigmenwechsel im Umgang mit unseren Gebäuden braucht. Zudem werden Handlungsfelder benannt, die wesentlichen Einfluss darauf haben, dass Gebäude klimaneutral werden.

Über das Projekt „WiTraBau" (Wissenstransfer Bau: Wissensplattform für die Transformation zu einem klimaneutralen Gebäudebestand) hat die DGNB auf ihrer Website darüber hinaus eine Toolbox veröffentlicht. In dieser gibt es unter anderem Tipps zur detaillierten Anwendung des Rahmenwerks sowie wertvolle Werkzeuge etwa zur Berechnung von CO2-Bilanzen. Zudem werden Gebäude, die bereits heute klimapositiv betrieben werden, als Fallstudien vorgestellt.

Ihre Ansprechpartnerin

Dr. Anna Braune
Abteilungsleiterin Forschung und Entwicklung
Telefon: +49 711 722322-67
a.braune at dgnb.de

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