Allianz für CO₂-Entnahme im Bau

Eine Initiative der DGNB

Die Entnahme von Kohlendioxid aus der Atmosphäre (auch Carbon Dioxide Removals, CDR genannt) kann eine zentrale Rolle im Kampf gegen die Klimakrise spielen. Indem wir zusätzlich zur schnellen und konsequenten Reduktion von Treibhausgasemissionen zusätzlich auf die Entnahme von CO2 aus der Autmosphäre setzen, erhöhen wir die Chance, die Klimaziele zu erreichen und langfristig stabile Lebensbedingungen zu sichern.

Akteure der Bau- und Immobilienbranche können hierzu bereits heute aktiv beitragen. Denn es gibt verschiedene Optionen, Kohlendioxid-Entnahmen zu realisieren und Gebäude, Außenflächen oder Infrastrukturbauten derart zu bauen, zu sanieren oder zu betreiben, dass diese als permanente oder temporäre Kohlendioxidspeicher wirken: Vom Einsatz von Biokohle, beschleunigte Verwitterung oder Kalzinierung mineralischer Baustoffe, über den Einsatz von Wärme oder Strom aus erneuerbaren Energieträgern mit Kohlendioxidabscheidung und Speicherung bis hin zum Einbau von biogenen und anderen CO2-speichernden Baustoffen in langlebigen Bauteilen – und neue Möglichkeiten entstehen laufend.

In der Praxis finden diese Formen der CO2-Entnahme bisher jedoch noch wenig Anwendung. Das wollen wir mit der "Allianz für CO2-Entnahme im Bau" ändern.

Die "Allianz für CO2-Entnahme im Bau" setzt sich dafür ein, dass die Möglichkeiten zur Entnahme von Kohlendioxid aus der Atmosphäre für den Bau, die Sanierung und den Betrieb von Gebäuden, Infrastrukturen und Freiräumen so genutzt werden, dass wir mit unserer gebauten Umwelt einen aktiven Beitrag zu diesem wichtigen Baustein zum Erreichen unserer Klimaziele leisten.

Fünf zentrale Bausteine unserer Arbeit

Trotz der großen Potentiale, die die Entnahme von CO2 bietet, gibt es noch eine Vielzahl an Fragen, die offen sind und so die Nutzung hemmen: Welche Lösungen sind für welche Anwendungen geeignet? Wie wirksam und wirtschaftlich sind sie? Welche regulatorischen Rahmenbedingungen gelten? Welche Fördermöglichkeiten und Zertifizierungssysteme existieren? Gibt es Expertinnen und Experten, die unterstützen können? Wie wirkt sich CDR auf die Klimabilanz von Gebäuden, Quartieren oder Kommunen aus? Und einige mehr.

Das Ziel der Allianz ist es, mithilfe der folgenden übergeordneten Bausteine zu mehr Klarheit und geeigneten Rahmenbedingungen beizutragen:

  • Wissen aufbauen und zugänglich machen
  • Markt und Innovation fördern
  • Politische Rahmenbedingungen mitgestalten
  • Praxisbeispiele und Umsetzungsprojekte voranbringen
  • Engagement aus Bau-, Immobilien-, Industrie-, Energie- und Forschungssektor bündeln

Bringen Sie sich ein

Werden Sie Teil der Allianz für CO2-Entnahme im Bau

Mit der Allianz für CO2-Entnahme im Bau wollen wir engagierte Akteure zusammenbringen und Aktivitäten bündeln, um alle sinnvollen Möglichkeiten zur Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre und Speicherung im Kontext der gebauten Umwelt zu stärken. Wir wollen politisch wirken, den Markt stimulieren und Wissen aufbauen. 

Die DGNB ist daher auf der Suche nach Interessierten und Motivierten, die sich einbringen und die Initiative aktiv inhaltlich mit vorantreiben oder finanziell unterstützen möchten. 

Die Allianz richtet sich an alle Organisationen, die das Thema CO₂-Entnahme aktiv mitgestalten möchten, darunter:

  • Unternehmen der Bau- und Immobilienwirtschaft
  • Hersteller von Baustoffen und Technologien
  • Planungs- und Beratungsbüros
  • Forschungseinrichtungen und Hochschulen
  • Verbände, Kommunen und öffentliche Institutionen
  • Investoren und Finanzierungsakteure

Als Mitglied der Allianz profitieren Sie von:

  • dem Austausch mit führenden Akteuren der Branche
  • dem Zugang zu aktuellem Fachwissen
  • Impulsen für neue Geschäftsmodelle
  • der Möglichkeit zur Mitgestaltung zukünftiger Rahmenbedingungen
  • gemeinsamer Sichtbarkeit und Kommunikation
  • der Beteiligung an der Entwicklung eines zukunftsweisenden Handlungsfeldes

 

 

Wer sich bis zum Ende des Jahres 2026 entscheidet, mit seiner Organisation dabei zu sein, wird "Gründungsmitglied" der Allianz. Wer darüber hinaus die Allianz finanziell unterstützt, damit diese schneller skalieren kann, wird "Unterstützendes Gründungsmitglied" der Allianz. Dabei gibt es keine festen Vorgaben. Wir freuen uns, ihre finanzielle Beteiligung jeweils individuell mit Ihnen zu besprechen.

Sie sind an einer übergeordneten, ideellen Unterstützung interessiert? Dann kommen Sie ebenfalls gerne auf uns zu.

Alle Mitglieder stellen wir mit Logo auf der Website der DGNB dar.

 

So arbeiten wir

Die Initiative lebt vom offenen Austausch und der aktiven Zusammenarbeit. Dabei entscheiden Sie, wie Sie sich konkret einbringen möchten und welche Angebote Sie nutzen.

  • Treffen vor Ort: Präsenz-Veranstaltungen bieten Raum zum direkten Austausch und der strategischen Abstimmung.
  • Online-Events: In digitalen Seminaren und Veranstaltungen ermöglichen wir Wissenstransfer zu aktuellen Themen.
  • Auf dem Laufenden bleiben: Regelmäßig informieren wir Sie per E-Mail über aktuelle Projekte der Initiative und anstehende Events.

Mitglied werden

Um offizielles Mitglied der Allianz für CO2-Entnahme im Bau zu werden, schicken Sie das folgende Formular bitte ausgefüllt per E-Mail unter a.braune@dgnb.de an Dr. Anna Braune (Abteilungsleiterin Forschung und Entwicklung)

Formular|pdf|Deutsch|955 KB

Mitgliedschaftsantrag für die "Allianz für CO2-Entnahme im Bau" – eine Initiative der DGNB

Offizielle Gründung

Seien Sie am 23. September 2026 in Stuttgart dabei!

Die offizielle Gründung der Allianz für CO2-Entnahme im Bau findet am 23. September 2026 im Rahmen einer hybriden Veranstaltung in der DGNB Geschäftsstelle in Stuttgart statt. Hier stellen wir die Initiative allen Interessierten ausführlich vor. Wir laden Sie herzlich ein, dabei zu sein. 

Kostenfrei anmelden

Aktuelle Möglichkeiten zur inhaltlichen Beteiligung

Studie zur Marktfähigkeit von CO2-Entnahmen

Mit dem Carbon Removals and Carbon Farming Certification Framework (CRCF) hat die Europäische Union erstmals einen umfassenden regulatorischen Rahmen für die Zertifizierung von Kohlenstoffentnahmen und Kohlenstoffspeicherungsaktivitäten geschaffen. Ziel des CRCF ist es, Vertrauen, Transparenz und Vergleichbarkeit bei der Bewertung von Kohlenstoffentnahmen und langfristiger Kohlenstoffspeicherung über verschiedene Wirtschaftssektoren hinweg zu schaffen. Mit der Weiterentwicklung des CRCF stellt sich zunehmend die Frage, wie entsprechende Zertifizierungsverfahren in der Bau- und Immobilienwirtschaft praktisch umgesetzt werden können. Obwohl erste methodische Ansätze vorliegen, bestehen bislang nur begrenzte Erfahrungen hinsichtlich Datenanforderungen, Kosten, Prozessen, Verifizierungsverfahren und Marktakzeptanz.

Vor diesem Hintergrund schlägt die DGNB gemeinsam mit WoodenValley gGmbH die Durchführung einer Studie mit dem Titel vor: „Anwendung des neuen Zertifizierungsrahmens für CO2-Entnahmen und CO2-Speicherung (CRCF) in der Praxis – Eine Studie zur Umsetzbarkeit, Datenverfügbarkeit und Marktreife von Kohlenstoffspeicherzertifikaten für Gebäude“. Unser Ziel ist es, den CRCF anhand realer Organisationen und Bauprojekte zu erproben, Erfahrungen zu sammeln und daraus Empfehlungen für zukünftige Zertifizierungsverfahren abzuleiten. 

Phase 0: Initiierung und Vorbereitung

  • Bildung der Studiengruppe
  • Gewinnung der Teilnehmenden
  • Kick-off-Veranstaltung

Phase 1: Interviews und Zwischentreffen

  • Einzelinterviews mit den teilnehmenden Organisationen
  • Analyse bestehender Prozesse
  • Auswahl der Pilotprojekte
  • Analyse vorhandener Datenstrukturen
  • Zwischentreffen der Studiengruppe

Phase 2: Carbon Storage Readiness Check

  • Bereitstellung von Vorlagen und Bewertungswerkzeugen
  • Sammlung von Projektdaten
  • Durchführung von Carbon Storage Readiness Checks
  • Bewertung von Datenqualität und Vollständigkeit
  • Diskussion der Übertragbarkeit auf Portfolioebene

Phase 3: Zusammenführung der Ergebnisse

  • Auswertung der Interviews
  • Analyse der Pilotprojekte
  • Erstellung des Berichtsentwurfs
  • Review durch die Teilnehmenden
  • Finalisierung des Studienberichts

Phase 4: Kommunikation

  • Abschlusstreffen der Studiengruppe
  • Erstellung von Kommunikationsmaterialien
  • Zielgerichtete Verbreitung der Ergebnisse
  • Kommunikation mit europäischen Stakeholdern und CRCF-Initiativen

  • Geplante Studiendauer: 6 bis 9 Monate
  • Geplanter Start: Kick-Off-Meeting am 13. Oktober 2026
  • Teilnehmen können
    • Bauherren, Projektentwickelnde und bauausführende Unternehmen, Investorinnen und Investoren, Finanzinstitutionen und weitere relevante Akteure. 
    • Ziel ist es, einen repräsentativen Querschnitt des Gebäudesektors abzubilden. Eingebracht werden können Gebäude aller Nutzungsarten, Größen und Bauweisen. Neubauten, Sanierungen sowie Bestandsgebäude sind gleichermaßen willkommen.

      Hinweis: Die Mitgliedschaft in der Allianz für CO2-Entnahme im Bau ist keine Voraussetzung für die Teilnahme an der Studie.
  • Kosten der Teilnahme: Die Teilnahme an der Studie bietet die DGNB in Kooperation mit WoodenValley auf Kostendeckungsbasis an. Die finalen Kosten hängen vom gewählten Teilnahmepaket sowie von der Anzahl der teilnehmenden Organisationen ab und liegen als Richtwert zwischen 2.500 und 15.000 Euro. Die Studie ist so konzipiert, dass Erkenntnisse sowohl auf Organisations- als auch auf Projektebene gewonnen werden. Entsprechend können Teilnehmende zwischen drei Paketen wählen. Bitte entnehmen Sie die Informationen im Detail dem Studienproposal.

Wenn Sie mit Ihrer Organisation dabei sein wollen, dann melden Sie sich bis zum 18. September 2026 per E-Mail unter co2entnahme@dgnb.de. Alle Informationen zum Studienrahmen, Bedingungen sowie Kosten der Teilnahme finden Sie im Studienproposal.

Sonstiges|pdf|Deutsch|118 KB

Studienproposal | Anwendung des neuen Zertifizierungsrahmens für CO2-Entnahmen und CO2-Speicherung (CRCF) in der Praxis

Eine Studie zur Umsetzbarkeit, Datenverfügbarkeit und Marktreife von Kohlenstoffspeicherzertifikaten für Gebäude


 

Ihr Kontakt zu uns

E-Mail: co2entnahme@dgnb.de

Dr. Anna Braune

Dr. Anna Braune

Abteilungsleiterin Forschung und Entwicklung

Miriam Laudien

Miriam Laudien

Projektleiterin Forschungsprojekte