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Die Taxonomie-Anforderungen für den Bau- und Immobiliensektor

Im Bau- und Immobiliensektor gehören zu den von der EU-Taxonomie betrachteten Aktivitäten

  • der Neubau,
  • die Renovierung von Gebäuden,
  • individuelle Maßnahmen und professionelle Dienstleistungen sowie
  • der Erwerb und das Eigentum von Immobilien.

Um gemäß der Definition der Taxonomie einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, muss bei der Planung und dem Bau neuer Gebäude ein Netto-Primärenergiebedarf sichergestellt werden, der mindestens 10 Prozent unter dem in den nationalen Regularien vorgeschriebenen Niedrigstenergie-Niveau liegt.

Für Renovierungen gilt, dass sie die lokalen, nationalen oder regionalen Anforderungen für „größere Renovierungen" nach der EU-Gebäuderichtlinie 2 (Energy Performance of Buildings Directive – EPBD) erfüllen müssen, oder aber mindestens eine Verbesserung des Primärenergiebedarfs um 30 Prozent bedingen. Investitionen in Einzelmaßnahmen und Dienstleistungen zählen als nachhaltig, wenn sie zur Reduzierung der Energieverbräuche und/oder CO2-Emissionen eines Gebäudes beitragen.

Für Erwerb und Eigentum gilt, dass Gebäude (Baujahr nach Dezember 2020) die Kriterien des Neubaus erfüllen müssen. Gebäude, die vor 2021 gebaut wurden, müssen entweder einen Energieausweis der Klasse A nachweisen können oder alternativ während der Nutzungsphase mit den obersten 15 Prozent des nationalen Bestands in Bezug auf den berechneten Primärenergiebedarf vergleichbar sein. Zusätzlich zu den Klimaschutzkriterien sind noch die jeweils formulierten DNSH-Kriterien einzuhalten.

Eine Übersicht über alle Anforderungen zum Umweltziel "Klimaschutz" finden Sie jeweils hier:

Eine Übersicht zu den Anforderungen zum Umweltziel "Anpassung an den Klimawandel" finden Sie hier:

Perspektivisch werden die technischen Bewertungskriterien der Taxonomie für Gebäude noch weiterentwickelt.

Der Wert der Architektur im Kontext der EU-Taxonomie

Diese definierten Anforderungen wirken sich nicht nur auf Akteure des Finanzmarktes, sondern in der Konsequenz auch auf die Arbeit von Architektinnen und Architekten sowie Planenden aus. Denn es ist anzunehmen, dass die Nachfrage nach Taxonomie-konformen Objekten perspektivisch steigen wird. Insbesondere in den frühen Phasen des Lebenszyklus von Gebäuden ist der Einfluss von Planenden besonders groß. Nicht nur sind Entwurf und Design maßgeblich für die Taxonomiekonformität von Projekten. Architektinnen und Architekten können zudem dafür sorgen, dass zwischen dem Entwurf und der Inbetriebnahme von Gebäuden keine Informationen über die Konstruktionsmerkmale verloren gehen, um so das Nachhaltigkeitspotenzial von Gebäuden voll ausschöpfen zu können.

Um den Wert der Architektur im Kontext der EU-Taxonomie zu verdeutlichen, haben die Climate Positive Europe Alliance (CPEA) und das Architects' Council of Europe (ACE) gemeinsam eine Publikation veröffentlicht. Diese erläutert anhand der Lebenszyklusphasen von Gebäuden detailliert die Einflussmöglichkeiten von Architektinnen und Architekten und zeigt die für Investierende, Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Nutzerinnen und Nutzer generierten Mehrwerte auf einen Blick. Die Publikation steht auf der CPEA-Website als kostenloser Foliensatz zum Download zur Verfügung. Die DGNB ist Gründungsmitglied von CPEA.

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