Pressemitteilung

DGNB entwickelt Zertifikat für Wohnbauten in Neubau und Bestand

Wohnen gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen und entsprechend bilden Wohngebäude einen zentralen Schlüssel für den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen.

Tübingen/Stuttgart, Juni 2010.
Vor dem Hintergrund des Klimawandels, steigender Energiekosten und nicht zuletzt der Finanzkrise fragt der Markt zunehmend nach einem objektiven und transparenten Zertifizierungssystem von Wohngebäuden.

„Gemeinsam mit Vertretern der Wohnungswirtschaft, mit Architekten, Projektentwicklern, Industrie-unternehmen und vielen anderen Experten der Bau- und Immobilienbranche haben wir jetzt ein Zertifizierungssystem für Wohngebäude geschaffen,“ so Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen DGNB. „Der Praxistest für unser neues Nutzungsprofil hat bereits begonnen und im Oktober werden wir auf der Expo Real in München die ersten Wohnbauten auszeichnen.“ Zunächst steht ein DGNB Zertifikat für neu erstellte Wohngebäude mit mehr als sechs Wohneinheiten zur Verfügung. Im nächsten Schritt soll ein Zertifikat für kleine Wohngebäude an den Start gehen. Ende 2010 beginnt außerdem die Anpassung des Zertifizierungssystems an Bestandsbauten.

„Unser Ziel ist es, ein marktfreundliches System zu platzieren, das optimal auf die Bedürfnisse der Wohnungswirtschaft und der Nutzer zugeschnitten ist,“ betont Lemaitre. Dies spiegelt die Bewertung wider, die einen Fokus auf Komfort und Wohlbefinden der Nutzer legt, etwa auf Schallschutz, räumliche Flexibilität und Innenraumhygiene. Diese Themen kommen gerade Kleinkindern, Senioren, Kranken und Schwangeren zu Gute, die sich überdurchschnittlich lange in Wohnräumen aufhalten. Ein weiterer Fokus liegt auf niedrigen Betriebskosten und dem Werterhalt von Wohngebäuden. Da das Zertifizierungssystem die verschiedenen Aspekte des nachhaltigen Bauens ausgewogen berücksichtigt, eignet es sich nicht nur für die Bewertung von Gebäuden, sondern dient vor allem als Optimierungsinstrument für die Planung.

„Bei der Entwicklung haben wir großen Wert darauf gelegt, dass der Aufwand für eine Zertifizierung im Rahmen bleibt. Das System basiert so weit wie möglich auf Planungsunterlagen, die im Wohnbau Standard sind,“ hebt Lemaitre hervor. Zugleich entspricht das Zertifikat vollständig der DGNB Philosophie: Wird mit dem Stand der Technik gebaut, auf eine gute Dokumentation geachtet und die Integration der Nachhaltigkeitsaspekte in der Planung frühzeitig berücksichtigt, ist eine Auszeichnung in greifbarer Nähe.

Da das neue Nutzungsprofil der DGNB Systematik durchgängig entspricht, sind auch DGNB Auditoren, Konformitätsprüfer und andere Beteiligte mit dem Zertifizierungsverfahren für Wohnbauten bereits in den Grundsätzen vertraut. Dies hält den Umfang erforderlicher Weiterbildungen gering und reduziert den Abwicklungsaufwand in vielen Details.

Die Gebühren für eine DGNB Zertifizierung sind von der Größe des Objekts abhängig: Sie betragen beispielsweise 2.000 Euro für ein bis zu 4.000 Quadratmeter großes Wohngebäude. Dieser Preis gilt für DGNB Mitglieder zzgl. der gesetzlichen Umsatzsteuer.

Das neue Nutzungsprofil wird der Öffentlichkeit erstmals auf der Consense – Internationaler Kongress und Fachmesse für Nachhaltiges Bauen – vorgestellt, die vom 22. bis 23. Juni 2010 im Internationalen Congresscenter der Messe Stuttgart stattfindet.

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Felix Jansen

Abteilungsleiter PR, Kommunikation und Marketing