„Mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur würdigen wir seit 2013 Projekte, die Nachhaltigkeit ganzheitlich und überzeugend in Architektur übersetzen“, sagt Prof. Amandus Samsøe Sattler, DGNB Präsident und Vorsitzender der Jury. „Wie vielfältig die Möglichkeiten dabei sind, beweisen die Finalisten der diesjährigen Ausgabe wieder eindrucksvoll. Ein verbindendes Element zieht sich wie ein roter Faden durch die unterschiedlichen Projekte: Entstanden sind identitätsstiftende Orte für den Menschen.“
Nachhaltiger Bildungsbau als idealer Ort zum Lernen
Ausgezeichnet mit dem 14. Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur wurde die Josef-Schwarz-Schule in Heilbronn. Der Neubau befindet sich im Neckarbogen, einem ambitionierten Modellquartier für nachhaltige und zukunftsorientierte Stadtentwicklung. Durch das Stapeln der Funktionen ist es Behnisch Architekten gelungen, die begrenzte Fläche des innerstädtischen Standortes effizient zu nutzen und großzügige Lern- und Aufenthaltsbereiche zu gestalten. Die Jury unterstreicht insbesondere den richtungsweisenden Impuls für den Bildungsbau, der beispielhaft zeigt, wie sich Lernorte von morgen gestalten und Flächen wirtschaftlich, klimaangepasst und qualitätvoll nutzen lassen.
Der rund 60.000 Quadratmeter große Campus ist oberhalb des öffentlichen Straßenraums auf einem Landschaftsplateau angeordnet. Drei terrassierte Baukörper bieten individuelle Lernorte für Grundschule, Mittel- und Oberstufe. Begrünte Freiflächen verbinden die Gebäude als Schulhofebene im ersten Obergeschoss. Darunter liegen die gemeinsam genutzten Bereiche für Austausch, Bewegung und kollektives Lernen wie Auditorium, Cafeteria, Sporthalle und Foyer. Das im Foyer angeordnete Haus der Familie fungiert in dem insgesamt offen gestalteten Ort der Begegnung als bindendes Glied zwischen Schule und Nachbarschaft.
Weitere Orte für Mensch und Miteinander ausgezeichnet
Neben der Josef-Schwarz-Schule in Heilbronn haben es zwei weitere Projekte unter die Finalisten des diesjährigen Wettbewerbs geschafft, die den Faktor Mensch in den Mittelpunkt stellen und sich der Themen Teilhabe, Low-Tech und Weiterbauen auf vorbildliche Weise angenommen haben.
Kersten Kopp Architekten haben den 340 Quadratmeter großen Kinder- und Jugendtreff Moabiter Kinderhof Berlin als vielseitigen Ort der Begegnung gestaltet. Neben der gelebten sozialen Teilhabe lobt die Jury insbesondere den respektvollen Umgang mit dem Außenraum, das flexible Nutzungskonzept und die prägnante Gestaltung, die zur ästhetischen Bildung beiträgt.
In Leipzig wurde das bestehende soziokulturelle Zentrum naTo e.V. in einen zukunftsfähigen Ort des Miteinanders transformiert, ohne den Charakter der Institution zu überformen. Die Jury hebt das Projekt als richtungsweisenden Beitrag zur Bauwende hervor. Unter Einbindung der Vereinsmitglieder und des lokalen Handwerks haben die ortsansässigen Architekten von SUMMACUMFEMMER neben der Ertüchtigung des Gebäudes Vorhandenes weitestgehend wieder- und weiterverwendet.
Preisverleihung beim Forum Nachhaltige Architektur
Zum zweiten Mal wurde der Gewinner des Deutschen Nachhaltigkeitspreises Architektur im Rahmen der DGNB Veranstaltung Forum Nachhaltige Architektur bekanntgegeben. Die Preisverleihung bildete den feierlichen Abschluss des Kongresstages, der unter dem Motto „Finding the right balance: wie viel Technik braucht es im Gebäude?“ stand.
Ausgerichtet wurde die zweite Ausgabe gemeinsam von der DGNB und den Architektenkammern Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Nach der Premiere 2025 in der Bundeskunsthalle Bonn bot am 21. Oktober 2026 die Baumhainhalle im Mannheimer Luisenpark die Kulisse für die Architekturveranstaltung.
Zusätzlich werden die Gewinner wie gehabt während der abendlichen Preisverleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises gezeigt. Die Abendgala findet im Rahmen des 19. Deutschen Nachhaltigkeitspreises statt, der am 3. und 4. Dezember 2026 in Düsseldorf ausgetragen wird.
Weitere Informationen und die Jurybegründungen zu allen nominierten Projekten gibt es unter www.nachhaltigkeitspreis.de/wettbewerbe/architektur und www.dgnb.de/dnp-architektur.
Das Gewinnerprojekt und die Finalisten in der Übersicht
Josef-Schwarz-Schule, Heilbronn
- Bauherrin: Schwarz Immobilienmanagement GmbH & Co. KG
- Architektur: Behnisch Architekten
- Weitere Projektbeteiligte: aha-laborplanung (Laborplanung); Bartenbach GmbH (Lichtplanung); BIT Ingenieure (Verkehrsplanung); BuP. Boll Beraten und Planen Ingenieurgesellschaft mbH & Co. KG (Prüfstatik); CUT GmbH (Medienplaner); Sachverständige Sage Popp Schagemann (Sachverständige Dachabdichtung und Entwässerung); DEKRA (SiGeKo); Ernst2 Architekten (Objektüberwachung); Gutbrod Bau Physik Ingenieurbüro GmbH (Bauphysik); ibb Burrer & Deuring Ingenieurbüro GmbH (Elektro); Ingenieurbüro Henne und SODA Project & Design GmbH (Küchentechnik); KuB Fassadentechnik OG (Fassade); Kurz und Fischer GmbH (DGNB Auditor); Planstatt Senner (Landschaftsplanung); Rentschler und Riedesser Ingenieurgesellschaft mbH für Technik im Bau (HLS); Schlaich, Bergermann & Partner (Tragwerk); Sinfiro GmbH & Co. KG (Brandschutz); Smoltczyk & Partner GmbH - Geotechnik Hydrogeologie Umwelttechnik (Geologe); Transsolar Energietechnik GmbH (Klimatechnik)
Moabiter Kinderhof, Berlin
- Bauherr: Berlin, Bezirksamt Mitte, Abt. Jugend, Familie und Bürgerdienste/Jugendamt, Jugendhilfeplanung
- Architektur: Kersten Kopp Architekten GmbH, Berlin
- Weitere Projektbeteiligte: brandschutz plus GmbH (Brandschutzplanung); DELTA-i GmbH (Gebäudetechnik); Henningsen Landschaftsarchitekten PartG mbB (Landschaftsarchitekt); IB Kaiser GmbH (Bauphysik); Pichler Ingenieure GmbH (Tragwerksplanung)
Umbau naTo e.V., Leipzig
- Bauherr: Soziokulturelles Zentrum naTo e.V. / Kulturamt der Stadt Leipzig
- Architektur: SUMMACUMFEMMER Architekt*innen PartGmbB
- Weitere Projektbeteiligte: Akib (Schallschutz); Brandschutzbüro Hahn (Brandschutz); Büro für Baustatik Förtsch (Tragwerksplanung); GW Plan (HLKSE); Ingenieurbüro Wieczorek (SiGeKo)










