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Was gilt für wen: zentrale Richtlinien und Verordnungen im Überblick

Die EU-Taxonomie: transparente Wirtschaftstätigkeit

Das übergeordnete Ziel der EU-Taxonomie ist Transparenz. Das heißt, es geht im Kern um die Bereitstellung von Informationen und Kriterien zu klar definierten Zielgrößen, um das nachhaltige Investieren zu erleichtern. Zusätzlich soll die verbindliche Offenlegung es Investoren ermöglichen, die angebotenen Produkte hinsichtlich der EU-Anforderungen einordnen und vergleichen zu können. Demnach muss die EU-Taxonomie verpflichtend angewendet werden von:

  • Finanzmarktteilnehmern, die Finanzprodukte anbieten, sowie Anbietern von betrieblicher Altersvorsorge,
  • großen Unternehmen, die unter der CSR-Richtlinie bereits zur Offenlegung verpflichtet sind sowie
  • EU-Staaten, sofern sie Labels/ Standards für grüne Finanzprodukte und Anleihen definieren.

Alle Unternehmen, die von den Regelungen der EU-Taxonomie betroffen sind, müssen darlegen, wie und in welchem Umfang ihre Unternehmenstätigkeiten an der EU-Taxonomie ausgerichtet sind. Hierfür müssen sie darstellen, welcher Anteil des Umsatzes und welcher Anteil der Investitionsausgaben sowie Betriebskosten Taxonomie-konform sind.

Die Offenlegungsverordnung: transparente Finanzprodukte

Die Offenlegungsverordnung (eng.: Sustainable Finance Disclosure Regulation - SFDR) verpflichtet Finanzmarktteilnehmer der EU wie Asset Manager, Finanzberater und Versicherungsanbieter, Informationen zur Nachhaltigkeit ihrer Investitionsentscheidungen offenzulegen. Die Verordnung ist seit März 2021 anzuwenden. Die Regelung soll unter anderem für Endanleger einerseits Transparenz zu Nachhaltigkeitsrisiken schaffen, die sich negativ auf finanzielle Erträge auswirken könnten. Andererseits soll sie die Bewertung von Investitionen ermöglichen, die sich negativ auf Umwelt und soziale Faktoren auswirken könnten. Zur Verordnung

Weitere relevante Richtlinien

Corporate Sustainability Reporting Directive

Seit 2018 gibt es für europäische börsennotierte und große Unternehmen von öffentlichem Interesse mit mehr als 500 Beschäftigten, einer Bilanzsumme von mehr als 20 Millionen Euro oder einem Nettoumsatz von mehr als 40 Millionen Euro sowie für Finanzunternehmen eine Berichterstattungspflicht zur Offenlegung nicht-finanzieller Informationen. Die EU-Kommission verfolgt jedoch das Ziel, die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen konsistenter, vergleichbarer und auf Basis nachweisbarer Daten zu gestaltet. Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) hat die Kommission hierzu im April 2021 einen ersten Vorschlag zur Realisierung veröffentlicht. Diese soll die aktuell geltende CSR-Richtlinie (die Non-Financial Reporting Directive Richtlinie) ab Dezember 2022 ersetzen. In diesem Rahmen sollen zum einen die Berichterstattungspflichten erweitert und einheitliche europäische Berichtstandards anhand der ESG-Struktur entwickelt werden. Zudem soll es eine Pflicht zur externen Prüfung der Berichterstattung geben. Die neue Richtline ist perspektivisch für alle Unternehmen ab 250 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von mehr als 20 Millionen Euro oder einem Umsatz von mehr als 40 Millionen Euro sowie für alle kapitalmarktorientierten kleinen und mittleren Unternehmen gültig. Zur CSRD

BaFin-Richtlinie für nachhaltige Investmentvermögen

Die Richtlinie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, die sich Dezember 2021 noch im Entwurf befindet, soll neben der Europäischen Offenlegungsverordnung und der EU-Taxonomie „Greenwashing" verhindern. Der Entwurf umfasst Vorgaben an die Ausgestaltung von Anlagebedingungen inländischer Publikumsinvestmentvermögen, die im Namen einen Nachhaltigkeitsbezug (z.B. „ESG"; „nachhaltig/sustainable" oder „grün/green") aufweisen oder als explizit nachhaltig vertrieben werden.

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