DGNB
Forschung & Entwicklung bei der DGNB

Weiterentwicklung: Rahmenwerk für „Klimaneutrale Gebäude und Standorte“

Die DGNB hat im Mai 2018 ein Rahmenwerk für klimaneutrale Gebäude und Standorte veröffentlicht, mit dem die Dekarbonisierung des Gebäudebestands bis 2050 praktisch umsetzbar gemacht werden soll. Es unterstützt zudem dabei, Klimaneutralität bei Neubauten zum Standard zu machen.

In dem Rahmenwerk sind Regeln für die Bilanzierung von CO2-Emissionen festgelegt, ebenso wie Vorgaben für eine vergleichbare Berichterstattung entsprechender Leistungskennzahlen. Zusätzlich stellt das Dokument praktisch anwendbare Methoden zum CO2-Management vor. Herzstück ist dabei ein Klimaschutzfahrplan, der projektindividuell Emissionsgrenzwerte auf dem Weg hin zur Klimaneutralität für ein Gebäude oder einen Standort vorgibt. Damit übersetzt die DGNB die im Paris-Abkommen formulierten Ziele in konkrete Bauaufgaben.

Testphase und Weiterentwicklung des Rahmenwerks seit Juli 2018

In der Version von Mai sind noch einige offene Punkte formuliert, für die noch konkretere Vorgaben notwendig sind. Diese Vorgaben werden in einer Testphase (Start Juli 2018) erarbeitet und evaluiert und zudem als Anreize zur Umsetzung in allen DGNB Systemanwendungen zu finden sein.

In dieser Phase sollen auch national und international relevante Akteure gefunden werden, um mit diesen in enger Abstimmung eine größtmögliche Kongruenz existierender oder in Entwicklung befindlicher Ansätze zu erreichen. Zudem soll die Methodik des Rahmenwerks im Laufe des Projekts Kreditinstituten, Fondsgesellschaften und Versicherungen vorgestellt werden, um Rückmeldungen für eine mögliche Anerkennung des Rahmenwerks für nachhaltig ausgerichtete Finanzierungsinstrumente, nachhaltiges Fondsmanagement oder Versicherungsangeboten zur Anwendung bringen.

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Elemente des Rahmenwerks

Das Rahmenwerk besteht aus drei Hauptelementen:

  • Teil 1: Regeln für die CO2-Bilanzierung von Gebäuden („Carbon Accounting Rules")
  • Teil 2: Regeln für die CO2-Berichterstattung von Gebäuden („Carbon Disclosure Rules")
  • Teil 3: CO2-Management-Methode und Klimaschutzfahrplan („Carbon Management Rules")

 

 

Die Hauptelemente können separat und je nach Bedarf und Zielsetzung angewendet werden. Teil 1 spricht Energie- und andere Fachplaner an und enthält die Berechnungsvorgaben, die bei einer konsistenten CO2-Bilanzierung umzusetzen sind. Teil 2 baut inhaltlich auf Teil 1 auf und beschreibt die Mindestanforderungen an die Berichterstattung und Kommunikation der in Teil 1 berechneten Ergebnisse.

Teil 3 ist das wesentliche Element zur Prognose zukünftiger CO2-Emissionen mit sich verändernden Rahmenbedingungen. Er ist Basis für die Erstellung eines validen Fahrplans, der für das Gebäude Sanierungen, Modernisierungsmaßnahmen oder Betriebsoptimierungen defi niert und in Form von Rechenergebnissen wiedergibt. Gemäß der Definition vorne, lässt sich ein Gebäude als „klimaneutral bis 2050" bezeichnen, wenn es noch nicht Klimaneutralität erreicht hat, jedoch einen Klimaschutzfahrplan vorliegen hat, der auf das Ziel der Klimaneutralität hin ausgerichtet ist und eine Unterschreitung der jährlichen Grenzwerte für die CO2-Emissionen überzeugend und fachgerecht ermittelt darlegt.

Das vollständige Rahmenwerk können Sie hier lesen.

 

Ihre Ansprechpartnerin

Dr. Anna Braune
Abteilungsleiterin Forschung und Entwicklung
Telefon: +49 711 722322-67
a.braune at dgnb.de

Rahmenwerk für „Klimaneutrale Gebäude und Standorte“

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