DGNB
Forschung & Entwicklung bei der DGNB

Weiterentwicklung: Rahmenwerk für „Klimaneutrale Gebäude und Standorte“

Die DGNB hat im Mai 2018 ein Rahmenwerk für klimaneutrale Gebäude und Standorte veröffentlicht, mit dem die Dekarbonisierung des Gebäudebestands bis 2050 praktisch umsetzbar gemacht werden soll. Es unterstützt zudem dabei, Klimaneutralität bei Neubauten zum Standard zu machen. 

In dem Rahmenwerk sind Regeln für die Bilanzierung von CO2-Emissionen festgelegt, ebenso wie Vorgaben für eine vergleichbare Berichterstattung entsprechender Leistungskennzahlen. Zusätzlich stellt das Dokument praktisch anwendbare Methoden zum CO2-Management vor. Herzstück ist dabei ein Klimaschutzfahrplan, der projektindividuell Emissionsgrenzwerte auf dem Weg hin zur Klimaneutralität für ein Gebäude oder einen Standort vorgibt. Damit übersetzt die DGNB die im Paris-Abkommen formulierten Ziele in konkrete Bauaufgaben.

In der Version von Mai waren noch einige offene Punkte formuliert, für die konkretere Vorgaben notwendig sind. Diese Vorgaben wurden in einer Testphase erarbeitet und evaluiert. Die Ergebnisse werden dann in der neuen Version des Rahmenwerks vorgestellt.  

Elemente des Rahmenwerks

  • Teil 1: Regeln für die CO2-Bilanzierung von Gebäuden („Carbon Accounting Rules")
  • Teil 2: Regeln für die CO2-Berichterstattung von Gebäuden („Carbon Disclosure Rules")
  • Teil 3: CO2-Management-Methode und Klimaschutzfahrplan („Carbon Management Rules")

 

 

Die Hauptelemente können separat und je nach Bedarf und Zielsetzung angewendet werden. Teil 1 spricht Energie- und andere Fachplaner an und enthält die Berechnungsvorgaben, die bei einer konsistenten CO2-Bilanzierung umzusetzen sind. Teil 2 baut inhaltlich auf Teil 1 auf und beschreibt die Mindestanforderungen an die Berichterstattung und Kommunikation der in Teil 1 berechneten Ergebnisse.

Teil 3 ist das wesentliche Element zur Prognose zukünftiger CO2-Emissionen mit sich verändernden Rahmenbedingungen. Er ist Basis für die Erstellung eines validen Fahrplans, der für das Gebäude Sanierungen, Modernisierungsmaßnahmen oder Betriebsoptimierungen defi niert und in Form von Rechenergebnissen wiedergibt. Gemäß der Definition vorne, lässt sich ein Gebäude als „klimaneutral bis 2050" bezeichnen, wenn es noch nicht Klimaneutralität erreicht hat, jedoch einen Klimaschutzfahrplan vorliegen hat, der auf das Ziel der Klimaneutralität hin ausgerichtet ist und eine Unterschreitung der jährlichen Grenzwerte für die CO2-Emissionen überzeugend und fachgerecht ermittelt darlegt.

Wissenstransfer Bau (WiTraBau): Wissensplattform für die Transformation zu einem klimaneutralen Gebäudebestand

Mit „WiTraBau" wird eine Wissensplattform für effektive Klimaschutzlösungen im Bestand aufgebaut und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Konkret werden auf der Wissensplattform die im Rahmen der einzelnen Arbeitspakete entwickelten zielgruppenspezifischen Instrumente online verfügbar gemacht. Diese umfassen - einen Leitfaden und ein Excel-Berechnungstool für Anwender, - die Online-Darstellung klimaschutzorientierter Bestandsgebäude und Lösungen - sowie einen Entwurf für Handlungsempfehlungen für Entscheidungsträger aus Politik und Finanzwirtschaft, um die Anschlussfähigkeit und Umsetzbarkeit der entwickelten Werkzeuge zu gewährleisten.

Die Ergebnisverwertung beinhaltet neben der Veröffentlichung dieser Instrumente auf der Wissensplattform die Entwicklung eines Weiterbildungskonzepts für Energieplaner, Architekten, TGA Planer und weitere Fachplaner. Die Anwendbarkeit und Zukunftsfähigkeit der im Rahmen des Projekts entwickelten Werkzeuge wird über einen qualitätssichernden wissenschaftlichen Beirat sichergestellt. Für eine größtmögliche Anschlussfähigkeit werden projektbegleitend relevante Stakeholder auf europäischer Ebene identifiziert und zu diesen ein Kontakt aufgebaut. Dies dient als Vorbereitung zur Entwicklung gemeinsamer europäischer Konventionen und methodischer Ansätze bezüglich „Klimaneutraler Gebäude".

 

 

Ihre Ansprechpartnerin

Dr. Anna Braune
Abteilungsleiterin Forschung und Entwicklung
Telefon: +49 711 722322-67
a.braune at dgnb.de

Ihr Ansprechpartner

Dietmar Geiselmann
Leiter Zertifizierung Bestand
Telefon: +49 711 722322-59
d.geiselmann at dgnb.de

Aktuell wird das Rahmenwerk überarbeitet. Diese Version können Sie hier vorbestellen.

zur Bestellung

Förderhinweis (Stand 04.04.2018):

Dieses Projekt wurde gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages.

Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autorinnen und Autoren.

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