DGNB
Positionspapiere

Einordnung der von LEED veröffentlichten Marktzahlen in Deutschland in Bezug auf die DGNB

Am kommenden Montag wird das U.S. Green Building Council (USGBC) Marktzahlen zur internationalen Verbreitung des Green-Building-Ratingsystems LEED veröffentlichen. Nach der Auswertungsmethodik des USGBC ist Deutschland auf Platz 5 der internationalen LEED-Märkte außerhalb der Vereinigten Staaten (gemessen nach zertifizierter Bruttogrundfläche). Diese Hintergrundinformation dient dazu, die dort kommunizierten Zahlen in Bezug zur DGNB besser einordnen zu können.

Demnach gibt es zum 31.12.2017 in Deutschland 276 LEED-zertifizierte Projekte, was zusammengenommen einer Bruttogrundfläche von 7,00 Millionen Quadratmetern entspricht.

Folgende weiterführende Informationen dienen der Einordnung, wobei sich die Auswertungen auf die offiziell auf der Website des USGBC genannten Zahlen beziehen:

  • LEED hat bei der Zahl der zertifizierten Projekte in Deutschland in den vergangenen Jahren kein signifikantes Wachstum verzeichnet. Der Wert für das Jahr 2017 (57 Projekte) liegt auf dem Niveau von 2014 (53 Projekte).
  • Ein Drittel der 2017 nach LEED zertifizierten Projekte in Deutschland bezieht sich auf das Nutzungsprofil „Core & Shell", das lediglich die Gebäudehülle bewertet und den Ausbau explizit ausklammert.
  • Die Zahl der neu angemeldeten Projekte liegt 2017 mit 41 auf dem niedrigsten Niveau seit 2010.
  • 96 Prozent der in Deutschland zertifizierten Projekte wurden auf Grundlage der Version „LEED 2009" oder älter bewertet.
  • Der Gesamtanteil an internationalen Projekten bei LEED beträgt 12 Prozent.

Verglichen damit hier die entsprechenden Kennzahlen der DGNB Zertifizierung:

  • 2017 hat die DGNB 1.052 Projekte ausgezeichnet, davon 976 in Deutschland.
  • Nimmt man die Projekte heraus, die auf Basis einer Serienzertifizierung im Nutzungsprofil „Neubau kleine Wohngebäude" (NKW) ausgezeichnet wurden, ergibt sich die Zahl von 306 Projekten, die von der DGNB 2017 ausgezeichnet wurden, davon 230 in Deutschland.
  • In den vergangenen zwei Jahren verzeichnete die DGNB jeweils ein Wachstum von mehr als 20 Prozent bei der Zahl der zertifizierten Projekte in Deutschland.
  • Die Zahl der neu angemeldeten Projekte der DGNB im Jahr 2017 beträgt 2.112, davon 1.965 in Deutschland. Ohne das Nutzungsprofil NKW liegt die Zahl der angemeldeten Projekte in Deutschland im Jahr 2017 bei 345.
  • Insgesamt sind zum 31.12.2017 weltweit 2.825 Projekte nach DGNB ausgezeichnet worden, davon 2.504 in Deutschland.
  • Die entsprechende Bruttogrundfläche von DGNB zertifizierten Projekten beträgt 51,7 Millionen Quadratmeter, davon 33,3 Millionen Quadratmeter in Deutschland.
  • Der Anteil an DGNB zertifizierten Projekten im Ausland beträgt 11 Prozent. Rechnet man die zertifizierten NKW-Projekte heraus, ergibt sich ein Anteil von zertifizierten DGNB Projekten im Ausland von 23 Prozent.

In diesem Zusammenhang sei auch auf die Ergebnisse des jährlich von BNP Paribas Real Estate veröffentlichen Market Focus „Investmentmarkt Green Buildings" verwiesen. Demnach hat die DGNB in Deutschland bei Gewerbeimmobilien seit Jahren konstant einen Marktanteil von über 80 Prozent bei Neubauten.

Marktentwicklung DGNB und LEED in Deutschland (DGNB Zahlen ohne kleine Wohngebäude):

 

  DGNB 
(inkl. kleine Wohngebäude)
DGNB
(ohne kleine Wohngebäude)
LEED
Ausgezeichnete Projekte in Deutschland
im Jahr 2017
976 230 57
Angemeldete Projekte in Deutschland
im Jahr 2017
1.965 345 41
Ausgezeichnete Projekte in Deutschland gesamt 2.825 1.333 276
Anteil internationale Projekte gesamt 11 % 23 % 12 %

 

Weiterführende Anmerkung: Vergleichbarkeit von Zertifizierungszahlen

Grundsätzlich möchte die DGNB darauf hinweisen, dass eine Vergleichbarkeit sowohl von Zertifizierungszahlen als auch von einzelnen zertifizierten Projekten untereinander nur eingeschränkt möglich ist. Neben den zum Teil grundlegenden inhaltlichen und konzeptionellen Unterschieden zwischen DGNB, LEED und anderen Bewertungssystemen können sich auch die Anforderungen je nach Projekt und dazugehörigem Nutzungsprofil enorm unterscheiden. Dies bezieht sich sowohl auf die jeweils adressierten Kriterien und Gewichtungen als auch auf den daraus resultierenden Umfang der Zertifizierung. Zudem basieren alle Systeme auf dem Prinzip der Versionierung, was dazu führt, dass die Anforderungen an Projekte, die auf Basis einer Systemversion aus dem Jahr 2009 basieren, zum Teil fundamental anders sind als bei aktuellen Kriterienkatalogen.

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