DGNB
06.10.2009

DGNB Premiere: Gütesiegel für Industrie- und Handelsbauten

Erstmalige Vergabe auf der Expo Real / DGNB stellt Handbuch für Auditoren vor / DGNB überreicht Urkunden an Auditoren aus erstem Lehrgang

Tübingen/Stuttgart, Oktober 2009. Zum ersten Mal wird auf der Expo Real in München das Deutsche Gütesiegel Nachhaltiges Bauen für Industrie- und Handelsneubauten vergeben. Bei der Internationalen Fachmesse für Gewerbeimmobilien vom 5.-7. Oktober 2009 zeichnet die DGNB über 30 vorbildliche Objekte mit den begehrten Zertifikaten und Vorzertifikaten aus, darunter auch wieder neue Büro- und Verwaltungsgebäude. Die feierliche Übergabe findet am Dienstag, den 6. Oktober um 16 Uhr im Saal 5 des ICM statt.

„Wir freuen uns über eine sehr starke Nachfrage beim Deutschen Gütesiegel Nachhaltiges Bauen“, zieht DGNB Geschäftsführer Christian Donath eine Zwischenbilanz. Seit das Qualitätszeichen erstmals im Januar 2009 verliehen wurde, wächst die Zahl der nachhaltig geplanten, realisierten und geprüften Objekte ständig. Nach der Expo Real werden es rund 80 in Deutschland sein.

Doch die Strahlkraft des Gütesiegels reicht über die Landesgrenzen hinaus – bei der Expo werden auch Objekte in Österreich und Luxemburg ausgezeichnet. Ein Meilenstein in der erst zweijährigen Geschichte der DGNB und ein zentraler Beitrag für die Internationalisierung des Gütesiegels.

„Das Ziel, das Zertifikat für alle wichtigen Gebäudetypen bereit zu stellen, ist mit der Expo Real einen Schritt näher gerückt,“ betont Donath im Blick auf die dort vorgestellten Systemvarianten für Handels- und Industriebauten. In Vorbereitung seien zudem Gütesiegel für Krankenhäuser, Hotels und Kongresszentren. „Bei der Entwicklung neuer Varianten kommen wir gut voran, weil die Methodik des Zertifizierungssystems eine hervorragende Grundlage für Anpassungen bietet.“

Die Methodik des Gütesiegels wurde anhand der ersten Systemvariante „Neubau Büro- und Verwaltungsgebäude“ entwickelt. Für eine präzise Anpassung des Systems an den Handels- bzw. Industriebau sorgten Experten aus beiden Segmenten im vergangenen halben Jahr. Ein Schlüssel für die sinnvolle Anpassung ist die nutzungsspezifische Gewichtung der Kriterien. So wird zum Beispiel für beide Systemvarianten der akustische Komfort nicht bewertet und die Einflussnahme der Nutzer für die Handelsbauten niedriger bewertet als bei Büro- und Verwaltungsgebäuden. Als weitere Stellschraube dienen die Grenz-, Referenz- und Zielwerte für eine Auszeichnung in Gold, Silber und Bronze. Auch sie werden bei Bedarf neu justiert.

„Für die DGNB lag es nahe, rasch eine Systemvariante für Handelsbauten zu entwickeln,“ erklärt Donath. Die Bedeutung der Einzelhandelsbranche spiegelt sich in knapp 815 Mio. Quadratmetern Fläche wider. Gerade im stark wachsenden Segment Einkaufszentren hat das ressourcensparende Bauen mit dem Ziel einer Zertifizierung eine besondere Dynamik gewonnen. Mit dem neuen Gütesiegel kann dazu passend nun die Nachhaltigkeit eines Gebäudes für Investoren, Betreiber und Nutzer glaubwürdig belegt werden. Es weist neben den ökologischen Vorteilen auch die ökonomische Performance aus. Hier stehen nicht Einzelaspekte wie Investitionskosten im Vordergrund, sondern die gesamten Lebenszykluskosten. Schwerpunkte liegen auf Energie, Instandhaltung und Wartung. Dies ist ein großer Pluspunkt: Denn die Gebäudeeffizienz und damit die Flächenrentabilität sind wichtige Argumente, um langfristig stabile Mieterträge und einen stetigen Zuwachs des Investments zu garantieren. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass eine Zertifizierung die Chancen bei Vermietung und Wiederverkauf von Immobilienprojekten erhöhen. Sie machen nachvollziehbar, dass sowohl bei der Planung wie auch in der Bauphase vorgegebene Nachhaltigkeitskriterien eingehalten wurden.

Das Gütesiegel weist als weiteres Novum auf, dass auch der Mieterausbau der Einkaufszentren einbezogen wird. Zu den Vorgaben gehört unter anderem, die Mieter zu einem Innenausbau mit umweltfreundlichen Materialien zu motivieren. Die kommen nicht zuletzt den Mitarbeitern im Einkaufszentrum zugute und sind Teil der sozio-kulturellen Aspekte, die im Zertifizierungssystem der DGNB ins Blickfeld gerückt werden.

Doch auf der Expo Real werden nicht nur neue Gütesiegel präsentiert. Auch das DGNB Handbuch feiert Premiere. Es umfasst die vollständigen Arbeitsunterlagen für eine Gebäudebewertung gemäß DGNB System. Darüber hinaus erhalten in München die Teilnehmer des ersten Ausbildungslehrgangs ihre Urkunden als DGNB Auditoren.

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen präsentiert sich bei der Expo Real mit der Bundesarchitektenkammer (BAK) wie im Vorjahr an einem Gemeinschaftsstand. In Halle A2 Stand 133 bieten die Partner spannende Vorträge und moderierte Gesprächsrunden zum Thema nachhaltiges Bauen. Die Kernbotschaft lautet: Nachhaltig = Werthaltig = Zukunftsfähig.

Zur Expo Real werden über 40.000 Teilnehmer aus aller Welt erwartet. Diese Plattform nutzen auch über 70 Mitglieder der DGNB als Aussteller. Den gemeinsamen Messeauftritt von DGNB und BAK unterstützen Bartenbach Lichtlabor, BKI, Digital Elektronik, ECE Projektmanagement, EGGER, GRAPHISOFT, Holzwerkstoffe Brilon, ROCKWOOL, SEW, STAEDTLER und Sto.


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