DGNB
12.09.2017

DGNB mit neuen Nutzungsprofilen für Vertical Cities, Resorts und Sporthallen

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V. hat drei neue Nutzungsprofile des Zertifizierungssystems für nachhaltige Gebäude und Quartiere entwickelt. So gibt es ab sofort Systemvarianten, die auf die speziellen Anforderungen von Vertical Cities und Resorts abgestimmt sind. Es sind die ersten Nutzungsprofile der DGNB, bei denen eine Mischung aus Gebäude- und Quartierskriterien gefordert wird. Auch für Sporthallen gibt es ab sofort ein eigenes Profil bei der DGNB Zertifizierung. In den kommenden Monaten werden die jeweiligen Systeme an ersten Pilotprojekten erprobt.

Die DGNB hat bei der Zertifizierung von Beginn an verschiedene Nutzungsprofile entwickelt, um den spezifischen Nachhaltigkeitsanforderungen unterschiedlicher Gebäude- und Quartierstypen gerecht zu werden und das System als Planungs- und Optimierungstool praxisnah zu gestalten. Über 20 solche auf die konkrete Nutzungsform angepasste Varianten des DGNB Systems gibt es bereits, drei weitere kommen nun hinzu.

Vertical Cities: Verdichtete Hochhausensembles in Metropolen

Die weltweite Urbanisierung fordert neue Lebensräume, die eine hohe Lebens- und Aufenthaltsqualität auf engstem Raum ermöglichen und effizient mit den zur Verfügung stehenden, lokalen Ressourcen umgehen. Mit dem Nutzungsprofil Vertical Cities gibt die DGNB als einziger Systemgeber weltweit, Antworten auf die Herausforderungen von stark verdichteten Hochhausensembles. Es richtet sich an Projekte mit mindestens zwei Gebäuden, die zusammen ein Ensemble bilden, eines davon ein Hochhaus.

Nachhaltige Vertical Cities zeichnen sich dadurch aus, dass sowohl auf sozialer als auch auf technischer Ebene Synergien genutzt werden, z.B. bei der Kinderbetreuung, bei der Nutzung von Abwärme oder aber in Form eines Quartiersbeirats. Über Urban Gardening oder Vertical Farming leisten sie einen Beitrag zur gesunden Ernährung der Bewohner und Nutzer. Fassaden dienen als Energieproduzenten, Dachflächen als Treffpunkte. Zudem wird das Regenwasser effizient genutzt. Das Nutzungsprofil umfasst alle relevanten Themen des nachhaltigen Bauens: Von der Lage und Energieversorgung, über die Aufenthaltsqualität und eine nachhaltige Mobilität bis hin zur Minimierung der Kosten über den gesamten Lebenszyklus.

Weltweit einzigartig: Zertifizierung von nachhaltigen Resorts

Speziell an die Tourismusbranche richtet sich das neue Nutzungsprofil für nachhaltige Resorts. Auch bei diesem werden sowohl Gebäude- als auch Quartierskriterien betrachtet. Damit trägt das System der Besonderheit eines Resorts Rechnung, dass die Gäste gleichermaßen im Außenbereich wie auch in den Gebäuden viel Zeit verbringen. Das System eignet sich insbesondere für neue und grundlegend sanierte Objekte. Das letztlich ausgestellte Zertifikat bezieht sich auf das Gesamtprojekt. Es dokumentiert einen zukunftsfähigen Planungs- und Baustandard für alle Immobilien und Anlagen.

Positiv belohnt wird, wenn das Resort einen Beitrag für das umgebende Quartier leistet und zum Beispiel die verfügbaren Angebote wie Restaurants oder Schwimmbad auch von Nichtgästen genutzt werden können. Auch der Einsatz lokaler Ressourcen spielt eine wichtige Rolle. Das DGNB System für nachhaltige Resorts ist das weltweit erste seiner Art. Bislang gibt es lediglich eine Reihe von Zertifikaten, die auf den Betrieb des Objekts fokussiert sind.

Soziale Inklusion als Merkmal von nachhaltigen Sporthallen

Ein neues Nutzungsprofil, das der Gebäudezertifizierung zugeordnet werden kann, ist das DGNB System für den Neubau von nachhaltigen Sporthallen. Dieses richtet sich an Verbände und Vereine genauso wie an Kommunen oder Investoren aus der Bauwirtschaft. Voraussetzung für die Zertifizierung sind Konzepte, die insbesondere für den Betrieb der Sporthallen eine wichtige Grundlage bilden. Hierzu zählen ein Nutzungs- und ein Sicherheitskonzept, ein Verkehrs- und Besucherleitkonzept sowie ein Konzept zum Betrieb von Behindertensport. Letzteres verdeutlicht die Wichtigkeit des Themas soziale Inklusion beim Gebäudetyp „Sporthallen".

Zwei im Vergleich zu den meisten anderen Nutzungsprofilen neu aufgenommene Kriterien sind „Lichtverschmutzung" und „Nutzerkommunikation". Auch das Kriterium „Immissionsschutz", das den Schutz vor Lärm nach außen berücksichtigt, ist Teil des Zertifizierungssystems. Schließlich wird auch die Frage der möglichen Nutzung als Notunterkunft adressiert. Neben der üblichen Betrachtung der eingebrachten Materialien und Produkte unter den Aspekten der Umweltwirkungen, des Ressourcenverbrauchs und der Lebenszykluskosten, sind bei Sporthallen zudem die Einbausportgeräte sowie die Außenbewässerung Teil der Zertifizierung.

Erstanwendungsphase mit Pilotprojekten

„Mit der Entwicklung der drei neuen Nutzungsprofile reagieren wir auf konkrete Anfragen aus dem Markt, die ihre Projekte nach den international anerkannten Nachhaltigkeitsstandards der DGNB planen, bauen und letztlich zertifizieren lassen wollen", sagt Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB. Weitere Projekte, die an einer Zertifizierung interessiert sind, können sich ab sofort für die sogenannte Erstanwendungsphase bei der DGNB anmelden.


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Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand DGNB e.V.

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